Basketball statt Büro : Microsoft-Mitgründer Steve Ballmer zieht sich zurück

13 Jahre war er Firmenchef, er besitzt mehr Aktien als Bill Gates - nun zieht sich Ballmer aus dem Verwaltungsrat des Software-Riesen zurück.

Schwergewicht. Steve Ballmer ist eine prägende Figur für Microsoft - er war von Anfang an dabei und führte das Unternehmen mehr als ein Jahrzehnt lang als Chef.
Schwergewicht. Steve Ballmer ist eine prägende Figur für Microsoft - er war von Anfang an dabei und führte das Unternehmen mehr...Foto: dpa

Der frühere Chef des Softwarekonzerns Microsoft, Steve Ballmer, ist auch nicht mehr Mitglied des Verwaltungsrates. In einem am Dienstag veröffentlichten Brief an seinen Nachfolger Satya Nadella gab Ballmer seinen sofortige Rückzug bekannt. Er habe "eine Menge neuer Aufgaben" - unter anderem ist der 58-Jährige seit kurzem Besitzer des Basketballteams Los Angeles Clippers. Daher wäre es "unpraktisch" für ihn, weiter in dem Führungsgremium mitzuarbeiten. "Es ist am besten für mich zurückzutreten", erklärte Ballmer. Er beteuerte jedoch, dass er auch weiterhin großes Interesse am Unternehmen habe: "Ich habe Microsoft im Blut - die vergangenen 34 Jahre und auch in Zukunft." Ballmer ist mit einem Anteil von 4,04 Prozent der größte private Einzelaktionär von Microsoft. Seine Aktien wolle er "in absehbarer Zukunft" auch behalten, schrieb er. Microsoft-Gründer Bill Gates hatte Anfang Mai Anteile verkauft, seitdem gehören ihm nur noch 3,81 Prozent der Anteile.


Ballmer hatte ziemlich genau vor einem Jahr verkündet, dass er nach 13 Jahren als Firmenchef den Posten binnen Jahresfrist abgeben wolle. Im Februar verkündete Microsoft, dass der seit Jahren beim Unternehmen tätige Manager Satya Nadella Ballmers Nachfolger wird. Gates gab gleichzeitig den Vorsitz des Verwaltungsrats ab.
Nadella kündigte im Juli eine Restrukturierung mit der Streichung von etwa 18.000 Stellen weltweit an. Der größte Jobabbau der fast 40-jährigen Unternehmensgeschichte soll innerhalb von einem Jahr abgeschlossen sein. Betroffen sind vor allem Stellen im Nokia-Bereich. Der Zukauf der Handy-Sparte des finnischen Herstellers war unter Ballmers Führung beschlossen worden; er wollte zur Konkurrenz auf dem immer wichtiger werdenden Markt für Smartphones und Tabletcomputer aufschließen.
Nadella will den Schwerpunkt hingegen vor allem auf das Cloud-Computing legen. Ballmer schrieb in seinem Brief, er habe Vertrauen in diese Strategie. Das Rückgrat von Microsoft sind weiter das Betriebssystem Windows und das Büroprogramm Office, mit denen das Unternehmen das klassische PC-Geschäft dominiert. dpa

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben