Wirtschaft : Baubetriebe streichen am 13. Gehalt Keine Einigung bei Tarifrunde in Sicht

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Berlin Die krisengeschüttelten Baubetriebe kürzen ihren Beschäftigten das Weihnachtsgeld. Nach Angaben des Hauptverbandes der Bauindustrie nutzen „zwischen der Hälfte und zwei Dritteln“ der Baufirmen die Öffnungsklausel über die Absenkung des Weihnachtsgeldes. Sie ermöglicht es, das 13. Monatsgehalt auf einen Mindestbetrag von 780 Euro abzusenken. Im Tarifvertrag sind 55 Prozent eines Monatslohns vorgesehen. „Das Modell hat sich bewährt und zeigt, dass Abweichungen vom Flächentarif möglich sind“, sagte Oliver Zander, Geschäftsführer Tarifrecht beim Bauhauptverband, dem Tagesspiegel. Auch der Zentralverband des Baugewerbes (ZDB) schätzt, dass „die überwiegende Mehrheit der Betriebe“ die Öffnungsklausel nutzt. „Das bringt den Firmen bares Geld“, sagte eine Sprecherin. Der ZDB vertritt vor allem kleinere Betriebe des Ausbaugewerbes. Die Baubranche ist der erste Industriezweig, in dem eine Öffnungsklausel für die Absenkung des Weihnachtsgeldes vereinbart wurde. Ein Zustimmungsrecht der Gewerkschaft gibt es nicht.

Unterdessen sind die Tarifverhandlungen für die rund 800 000 Beschäftigten im Baugewerbe am Freitag vertagt worden. Die Gespräche sollen am 14. September in dritter Runde fortgesetzt werden, wie Gewerkschaft und Arbeitgeber am Abend in Berlin mitteilten. Der Sprecher der Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (IG BAU), Michael Knoche, sagte, die Verhandlungen seien zuletzt „konstruktiv“ verlaufen. Eine Sprecherin des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes sagte, man wolle im September zu einem Ergebnis kommen. Über den Inhalt der Gespräche vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. msh

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