Baubranche : Kälte macht Baufirmen zu schaffen

Früher Wintereinbruch sorgt in Berlin und Brandenburg für Umsatzeinbußen. Statt der zunächst erhofften schwarzen Null rechne man nun mit einem Umsatzrückgang in der Region von fast zwei Prozent.

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Schnee und Eis haben der Bauindustrie in Berlin und Brandenburg sinkende Umsätze beschert. „Heute schon ist absehbar, dass der frühe Wintereinbruch den Baufirmen die Jahresbilanz kräftig verhagelt“, sagte der Vizepräsident des Bauindustrieverbands Berlin-Brandenburg, Wolfgang Frey, am Donnerstag in Berlin. Statt der zunächst erhofften schwarzen Null rechne man nun mit einem Umsatzrückgang in der Region von fast zwei Prozent auf 5,35 Milliarden Euro. Dennoch sei in diesem Jahr das Personal leicht aufgestockt worden, teilte Frey mit. Im September arbeiteten in der Region 50 580 Personen im Baugewerbe.

Auch der Auftragseingang legte per September um dreizehn Prozent zu, in Berlin sogar um fast 47 Prozent. „Vor allem der Wohnungsbau und der Wirtschaftsbau deuten darauf hin, dass sowohl der private Konsum wie auch die Bauinvestitionen in der Wirtschaft wieder anziehen“, sagte Frey. Sorgen bereite dem Verband aber der Straßenbau. Hier seien die Aufträge um 25 Prozent zurückgegangen. 2011 würden eine ganze Reihe von Brandenburger Straßenbaufirmen um „Entlassungen im größeren Stil“ nicht herumkommen. Dabei kritisierte der Verband auch die Landesregierung, die etliche Baumaßnahmen nicht weiter verfolgen wolle. Enttäuscht zeigte sich Frey auch über die Konjunkturpakete. „Heute müssen wir einschätzen, dass die Konjunkturpakete im öffentlichen Bau längst nicht die von uns erhoffte Wirkung entfaltet haben.“ Vor allem die Firmen des Ausbaugewerbes, die nicht zum Bauhauptgewerbe zählten, hätten profitiert.

Für 2011 erwartet der Bauindustrieverband Einbußen beim Straßenbau und im öffentlichen Bau. Im Wohnungsbau wird mit leichten Zuwächsen gerechnet. Der Umsatz soll im kommenden Jahr stagnieren, genau wie die Beschäftigtenzahlen.

Insgesamt verzeichnete die deutsche Bauwirtschaft 2010 einen Anstieg der Beschäftigten um 1,1 Prozent auf rund 2,7 Millionen, teilte die Bundesvereinigung Bauwirtschaft in Berlin mit. Der Umsatz erhole sich um 1,6 Prozent auf 191 Milliarden Euro. Im kommenden Jahr erwartet die Bauwirtschaft eine Konsolidierung bei Beschäftigten und Umsatz. 

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