Wirtschaft : Baubranche verpasst Aufschwung

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Berlin Die deutsche Bauindustrie rechnet auch 2005 nicht mit einer Verbesserung ihrer Lage. „Es wird mit Sicherheit das elfte Krisenjahr in Folge“, teilte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie HDB am Dienstag in Berlin mit. Nach einem Boom in Folge der Wiedervereinigung lagen die Umsätze in der Baubranche im vergangenen Jahr um rund 30 Prozent unter dem Niveau des Jahres 1995. Mehr als ein Drittel der Arbeitsplätze sind seither verloren gegangen.

Nach Einschätzung des Verbands wir die Branche 2005 noch einmal 3,5 Prozent ihres Umsatzes einbüßen. Die konjunkturelle Talsohle werde frühestens 2006 erreicht. Im Jahr 2004 war der Umsatz um 5,5 Prozent auf 78,65 Milliarden Euro zurückgegangen, 47000 Stellen gingen verloren. Für 2005 befürchtet der HDB den Abbau von weiteren 32000 Arbeitsplätzen. Das Bauhauptgewerbe werde dann nur noch 735000 Menschen beschäftigen.

Als Gründe für die Krise nannte der Verband die allgemeine wirtschaftliche Schwäche von Bund, Ländern und Kommunen sowie Überkapazitäten. Zudem habe der Investitionsstopp der Deutschen Bahn AG im Sommer sowie deren Zahlungsmoral der Bauwirtschaft geschadet. Die Debatte um die Abschaffung der Eigenheimzulage sowie die Verzögerung des Autobahnausbaus wegen des Debakels um die Lkw–Maut hätten den negativen Trend verstärkt. Allerdings sei die Krise der Branche kein „unabwendbares Schicksal“. In den kommenden Jahren könnte sowohl ein Bedarf an Büroimmobilien als auch an Mietwohnungsbau in Ballungsräumen entstehen.Von der Politik fordert der HDB zur Belebung des Wettbewerbs eine Senkung der Lohnnebenkosten sowie die Aufgabe der Blockadehaltung seitens der Opposition. Nur so könne der Schattenwirtschaft Einhalt geboten werden. jer

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