Baubranche : Viele Fliesenleger sind scheinselbstständig

Immer mehr Fliesenleger in Brandenburg und Berlin sind nach Ansicht der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) scheinselbstständig. Sie sorgt sich um die Qualität auf dem Bau.

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Für selbstständige Fliesenleger gibt es keine Mindestlöhne. Foto: ddpddp

Potsdam - Der Bezirksverbandsvorsitzende Mark Brandenburg, Rudi Wiggert, verwies am Dienstag darauf, dass die Zahl der Fliesenlegerbetriebe in beiden Ländern seit dem Wegfall der Meisterpflicht vor fünf Jahren um fast 640 Prozent angestiegen sei. Hatten die Handwerkskammern 2003 noch 850 Fliesenleger registriert, so seien es im vergangenen Jahr rund 6260 gewesen. Im gleichen Zeitraum sei die Zahl der Auszubildenden im Fliesenlegerhandwerk von 109 auf 41 zurückgegangen.

„Seitdem jeder ohne Befähigungsnachweis einen Fliesenlegerbetrieb anmelden kann, treiben Bauunternehmen immer mehr Fliesenleger in die Scheinselbstständigkeit“, sagte Wiggert. Für deren Arbeit würden oft nur Billiglöhne gezahlt. Denn ein selbstständiger Fliesenleger sei an keinen Mindestlohn gebunden.

Scheinselbstständige als Einmannbetriebe würden auch nicht ausbilden, sagte Wiggert. Durch den hohen Kostendruck blieben aber auch bei alteingesessenen Betrieben immer weniger Kapazitäten, um junge Fliesenleger auszubilden. „Die sinkenden Ausbildungszahlen führen dazu, dass die Qualität im Fliesenlegergewerbe auf der Strecke bleibt“, warnte er. ddp

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