Wirtschaft : Bauer und Saban bessern bei der Kirch-Media-Übernahme nach

Kirch-Gläubigerausschuss tritt kommenden Montag zusammen

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München (nad). Im Wettstreit um die Übernahme der insolventen KirchMedia haben die Bieter ihre Offerten nachgebessert. Der US-Milliardär Haim Saban hat sein Kaufangebot erhöht und unterschriftsreif vorgelegt, hieß es am Dienstag aus Branchenkreisen. Es sei sowohl inhaltlich als auch finanziell „signifikant“ besser als das Angebot des Heinrich Bauer Verlags. Den Kreisen zufolge will sich Saban das Herzstück des ehemaligen Kirch-Imperiums, zu dem der Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 und der Filmrechtehandel gehören, je zur Hälfte mit dem französischen Sender TF1 teilen.

In der ersten Runde des Bieterwettstreits im vergangenen Sommer hatte Saban ein Angebot in Höhe von 2,6 Milliarden Euro vorgelegt, war aber dennoch ausgeschieden. Kurz vor Weihnachten kam er mit einer verbesserten Offerte wieder ins Rennen. Bauer hat Branchenkreisen zufolge rund zwei Milliarden Euro für Kirch-Media geboten. Zuletzt hatte Kirch-Media gesagt, beide Angebote würden gleichwertig behandelt.

Unterdessen feilt auch Konkurrent Bauer, der zusammen mit der Hypo-Vereinsbank (HVB) angetreten ist, an einem verbesserten Angebot. Die HVB soll demnach einen höheren Anteil erhalten als bisher geplant. „Die Veränderung wird voraussichtlich geringfügig sein“, sagte eine HVB-Sprecherin. Berichte, wonach die HVB den Löwenanteil an Kirch-Media übernehmen könnte, wies sie zurück. „Wir wollen im Fall einer Übernahme auf jeden Fall die Mehrheit an Kirch- Media haben“, sagte Bauer-Verlagssprecher Andreas Fritzenkötter dem Tagesspiegel.

Bisher war vorgesehen, dass der Bauer- Verlag 90 Prozent und die HVB zehn Prozent der Anteile an Kirch-Media erhalten, falls das Konsortium den Zuschlag erhält. Die Verschiebung der Anteile hängt Branchenkreisen zufolge mit den Bedenken des Kartellamtes gegen eine Übernahme durch Bauer zusammen. Bauer ist bereits mit gut 30 Prozent am Sender RTL II beteiligt und vertreibt zahlreiche TV-Programmzeitschriften. Da der Hamburger Verlag im Zuge der Kirch-Übernahme den Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 schlucken würde, befürchtet das Kartellamt, dass Bauer eine marktbeherrschende Stellung bekommen könnte. Saban hat dagegen keine Probleme mit den Wettbewerbshütern zu befürchten, da er bisher kaum eine Rolle auf dem deutschen Medienmarkt spielt. Der Kirch-Gläubigerausschuss wird am kommenden Montag die Offerten von Saban und Bauer prüfen. Wann das Gremium eine Entscheidung über den Verkauf trifft, ist unklar.

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