Wirtschaft : Bauern wollen weniger investieren Stimmung sinkt wegen niedriger Erzeugerpreise

Berlin - Auch wenn gesunkene Erzeugerpreise für Milch und Getreide die Stimmung der deutschen Bauern etwas drücken – die Grüne Woche werten sie dennoch als Erfolg. „Wer Katastrophenstimmung suchte, musste außerhalb der Messe suchen“, sagte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner am Freitag in einer vorläufigen Bilanz. Die nach Veranstalterangaben weltgrößte Ernährungs- und Verbrauchermesse geht an diesem Sonntag zu Ende. Das Ziel von 400 000 Besuchern werde erneut erreicht, wie im Vorjahr gebe jeder Gast durchschnittlich 25 Euro auf der Messe aus, sagte Sonnleitner. 1600 Aussteller aus mehr als 50 Ländern zeigen in den Berliner Messehallen seit dem 16. Januar ihre Produkte.

„Sorgenfrei sind unsere Bauern dabei nicht“, meinte Sonnleitner. Die Preise vor allem für Getreide und Milch seien weiterhin unter Druck. Das hat sich auch in der Stimmung niedergeschlagen. Das vierteljährlich erhobene Konjunkturbarometer des Deutschen Bauernverbands sank zum Jahresbeginn auf zwölf Punkte – nach einem Höchststand von 39,4 Punkten im Herbst 2007. Besonders Milch- und Ackerbauern schätzten ihre aktuelle Situation schlechter ein, hieß es in der Mitteilung des Bauernverbandes. „Bei Investitionen sind die Bauern zurückhaltender geworden.“ So wollten viele Landwirte weniger Maschinen kaufen und planten weniger neue Ställe als noch vor einem Jahr. Verglichen mit anderen Branchen sei das Klima in der Landwirtschaft aber relativ stabil, sagte Sonnleitner. In den Jahren 2003 und 2004 war der Stimmungsindex deutlich ins Minus gerutscht.

Zu Beginn der Messe hatte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel angekündigt, die umstrittenen Ausfuhrbeihilfen für Milchprodukte wieder einzuführen, um die Bauern zu stützen. Das Gleiche forderte Sonnleitner auch für Schweinefleisch. Der starke Euro behindere den Export, argumentierte er. pet/dpa

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