Bauernverband : Nach dem Lidl-Vorstoß: Andere Discounter sollen nachziehen

Lidl hat angekündigt seine Preise für Butter und Milch zu erhöhen. Der Deutsche Bauernverband fordert jetzt, dass auch andere Supermärkte dem Beispiel folgen sollen. Der FDP-Agrarexperte Hans Michael Goldmann ist für generelle Preissteigerungen bei Milchprodukten.

BerlinNach der Ankündigung höherer Milchpreise bei Lidl hat der Deutsche Bauernverband (DBV) den übrigen Handel aufgerufen, dem Beispiel des Discounters zu folgen. "Die Preise werden erhöht, aber noch nicht bei allen, und deswegen brauchen wir jetzt gemeinsame Anstrengungen um auch die restlichen Lebensmitteleinzelhändler auf diese Linie zu bringen", sagte DBV-Präsident Gerd Sonnleitner am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. Wenn nicht alle großen Supermarktketten in den kommenden Tagen Preiserhöhungen zustimmten, "behalten wir uns vor, weitere Aktionen zu machen", sagte Sonnleitner weiter.

Am Mittwochabend hatte Lidl nach tagelangen Verhandlungen mit dem Bauernverband höhere Preise für Milch und Butter angekündigt. Demnach sollen in den deutschen Filialen des Discounters von Montag an die Verkaufspreise für Frischmilch um zehn Cent pro Liter und für Butter um 20 Cent je 250-Gramm-Packung steigen. Lidl zufolge soll der Preisaufschlag ausschließlich den Landwirten zugute kommen.

FDP-Agrarexperte Hans-Michael Goldmann forderte langfristige Lösungen, um die Existenz der Milchbauern zu sichern. "Es muss dauerhaft zu besseren Preisen kommen, damit die Bauern im Markt existieren können", sagte Goldmann am Donnerstag dem Nachrichtensender n-tv. Die vom Milchbauernverband BDM geplanten Proteste am Brandenburger Tor in Berlin seien deswegen richtig. Das Anliegen der Milchviehhalter "findet bei allen ernstzunehmenden Politikern Verständnis", sagte Goldmann weiter.

Neben den Protesten in der Hauptstadt wollte der BDM am Donnerstag seine Proteste vor den Konzernzentralen des Lebensmittelseinzelhandels ausweiten. Daneben planten die Milchbauern Demonstrationen in verschiedenen Landeshauptstädten. (nal/AFP)

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