Wirtschaft : Baufinanzierer glänzt im Osten

BHW hebt Bausparsumme erstmals über Vier-Milliarden-Marke BERLIN (mot).Ungeachtet der Krise in der Baubranche hat der Baufinanzierer BHW im vergangenen Jahr ein glänzendes Geschäft in den neuen Bundesländern gemacht.Die Bausparsumme sei um 8,7 Prozent auf 4,1 Mrd.DM und damit im Bausparneugeschäft erstmals über die 4-Mrd.DM-Grenze gestiegen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Berlin mit.Während die Branche 1997 insgesamt ein Minus von rund sechs Prozent habe hinnehmen müssen, seien bei BHW sowohl die Bausparsumme als auch die Zahl der Verträge gestiegen.Letztere um 2,5 Prozent auf insgesamt 103 214.Im guten BHW-Geschäft spiegelt sich die insgesamt positive Entwicklung des Wohnungsbaus in den fünf neuen Ländern und der Erfolg der Eigenheimzulage."Wir finanzieren inzwischen Bauvorhaben von Einkommensgruppen, die sich dies früher nicht leisten konnten", so Werner Kühnel, Direktor der Landesdirektion Ost.1998 werde sich der Aufwärtstrend bei privaten Einfamilienhäusern fortsetzen."Im Osten sind etwa 50 000 Einfamilienhäuser zu erwarten." Rückläufig werde die Zahl der fertiggestellten Wohnungen sein - um minus 10 Prozent auf rund 150 000.Für BHW habe das Jahr mit Zuwachsraten von 15 Prozent hervorragend begonnen.Ein zweistelliger Zuwachs im Gesamtjahr sei realistisch.1997 konnte BHW auch im eingelösten Neugeschäft, Verträge mit eingezahlter Abschlußgebühr, zulegen.Die Bausparsumme kletterte um 5,1 Prozent auf 3,47 Mrd.DM, die Zahl der Verträge (89 2425) lag um 3,7 Prozent unter der des Vorjahres.Dies liege am gewachsenen Anteil von Einfamilien-Häusern (früher 20, jetzt etwa 50 Prozent), deren Bau im Vergleich zu Modernisierungsvorhaben eine größere Bausparsumme erfordere.Die durchschnittliche Bausparsumme liege in Ostdeutschland bei 39 800 DM, im alten Bundesgebiet bei rund 45 000 DM.Stark angestiegen ist nach BHW-Angaben die Zahl der Bausparer, denen ein Darlehen bereitgestellt wurde.Über 28 000 Kunden (plus 37 Prozent) hätten insgesamt fast 800 Mill.DM (plus 22 Prozent) für die Finanzierung von Bauvorhaben erhalten.Kühnel verwies darauf, daß zu wenige Arbeitnehmer die vermögenswirksamen Leistungen (VL) ihrer Arbeitgeber und damit verbundene staatliche Prämien in Anspruch nehmen, um sie in Bausparverträgen anzulegen.Etwa ein Viertel aller Neuverträge schloß BHW im vergangenen Jahr als VL-Verträge ab.Das Baufinanzierungsgeschäft sank um 2,3 Prozent auf 1,54 Mrd.DM.Zum Erfolg des vergangenen Geschäftsjahres haben Kühnel zufolge in erster Linie das neue Produkt "BHW Dispo Plus" und der Ausbau des Vertriebsnetzes beigetragen.90 Prozent des Neugeschäftes würden mit dem renditeorientierten "Dispo Plus" gemacht.800 hauptberufliche Vertriebsmitarbeiter seien für das Unternehmen in Ostdeutschland und Berlin tätig.Unter den privaten Bausparkassen ist BHW nach eigenen Angaben im Osten die Nummer zwei hinter Schwäbisch Hall.Am gesamten ostdeutschen Bausparmarkt halte das Unternehmen einen Anteil von 14,4 Prozent, nach 12,2 Prozent im Vorjahr.

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