Wirtschaft : Baugeld und

HENRIK MORTSIEFER

Viel Geld hat die Deutsche Post Anfang des Jahres für die Postbank bezahlt.4,3 Mrd.DM ließ sich der gelbe Riese das bundeseigene Geldinstitut kosten.Vier Monate später muß Vorstandschef Klaus Zumwinkel feststellen, daß er möglichweise zu viel bezahlt hat.Die Postbank steckt in ernsthaften Schwierigkeiten.Vom rosigen Ausblick vor dem Eigentümerwechsel ist nicht viel geblieben.Während die Ex-Bundespost als saniert gilt und sich für den Börsengang im Herbst schön macht, entpuppt sich die Tochter Postbank nun als Sanierungsfall.Der Gewinn schrumpft, die Rückstellungen haben ein besorgniserregendes Volumen erreicht, und die Kunden, die ihr Girokonto einst am Postschalter verwalteten, sehen sich bei der Konkurrenz um.Die Schlankheitskur, die eine "Bank fürs Wesentliche" schaffen soll, droht die Postbank auszuzehren.Das Problem: Die Bank wird ihr miserables Image nicht los.In 14 000 aufgepeppten Postfilialen erreichbar, bleibt beim Kunden doch nur der Eindruck, die Postbank sei ein unübersichtlicher Gemischtwarenladen.Zahlungsverkehr, Sparen, Fondsanlage, Versicherungen, Baugeld und Briefmarken.Wer alles aus einer Hand verkauft, verliert Kompetenz in Spezialgebieten.Dabei sind die Produkte durchaus konkurrenzfähig, Fondsanleger zum Beispiel wissen das, nun sollen auch Versicherungskunden den Weg zur Staatsbank finden.Nur: Die Produkte mögen noch so gut sein, solange die Bank kein Kapital daraus schlägt, wird man vergeblich auf die Wende warten.Und auf den Börsengang.Denn von einer Briefmarken-Bank mag wohl niemand eine Aktie zeichnen.

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