Wirtschaft : Baugewerbe: Hoffnung auf Trendwende nicht erfüllt

Der Umsatz im deutschen Baugewerbe ist im vergangenen Jahr nach Angaben des Bauverbandes auf den tiefsten Stand seit 1991 gefallen. Im Jahresvergleich ging der Umsatz um fünf Prozent auf rund 193 Milliarden Mark zurück, wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie am Montag in Berlin mitteilte. Vor allem im ostdeutschen Baugewerbe habe sich die Lage "dramatisch verschlechtert". Dort seien die Umsätze um 12,2 Prozent auf 46,8 Milliarden Mark gesunken. Allerdings habe sich auch im westdeutschen Baugewerbe die Hoffnung auf eine Trendwende im vergangenen Jahr nicht erfüllt. In den alten Bundesländern fielen die Umsätze um 2,4 Prozent auf 146,1 Milliarden Mark und erreichten damit - wie in Gesamtdeutschland - den niedrigsten Wert seit 1991.

Ausschlaggebend für das erneute Umsatzminus war dem Verband zufolge vor allem das schwache Ergebnis beim Wohnungsbau. In dieser traditionell größten Bausparte gingen die Umsätze im abgelaufenen Jahr im Westen um 5,0 Prozent und im Osten sogar um 20,5 Prozent zurück. Auch die Zahl der Beschäftigten im deutschen Baugewerbe sank den Angaben zufolge im Jahresvergleich um 5,4 Prozent auf 1,05 Millionen. Damit seien im westdeutschen Baugewerbe seit 1994 rund 240 000 und im ostdeutschen Bausektor seit 1995 rund 140 000 Arbeitsplätze gestrichen worden. Wegen der weiter ungünstigen Baukonjunktur wird sich das Bild auch in diesem Jahr nach Einschätzung des Verbands nicht wesentlich aufhellen. Vor allem im Osten werde die Talfahrt anhalten. "Die Krise im ostdeutschen Bauhauptgewerbe spitzt sich zu", hieß es in einer Mitteilung des Verbandes.

Zusätzlich belastet werden könnte die deutsche Bauindustrie in diesem Jahr von möglicherweise sinkenden Bauinvestitionen der Städte und Gemeinden. Die kommunalen Ausgaben für Baumaßnahmen dürften auf 35,6 Milliarden Mark von 37,3 Milliarden Mark im Jahr zuvor und 52,5 Milliarden Mark im Jahr 1992 zurückgehen, hatte der Verband bereits am Freitag auf Basis einer Umfrage unter Kommunen und Daten des Deutschen Städtetags mitgeteilt.

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