Wirtschaft : Baugewerbe warnt vor Wohnungsmangel

BONN (AP). Die "lahmende Baukonjunktur" in Deutschland hat nach Angaben des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) 1998 zum Verlust von über 100 000 Arbeitsplätzen im Bauhauptgewerbe und im Ausbaugewerbe geführt. ZDB-Präsident Fritz Eichbauer forderte die Bundesregierung am Montag in Bonn auf, die Bauwirtschaft "nicht länger durch verschiedenste steuerliche Grausamkeiten" zu belasten. Er warf der rot-grünen Regierung vor, mit ihrer Wohnungspolitik die Eigentumsbildung zu hemmen und den Mietwohnungsbau systematisch zurückzudrängen.

"Beides zusammen hat verhängnisvolle Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt", warnte Eichbauer. Schon heute sei klar, daß in wenigen Jahren rund eine Million Wohnungen fehlen würden. Der Verbandspräsident forderte Bund, Länder und Gemeinden auf, ihre Investitionshaushalte wieder auszubauen, anstatt diese "ständig abzuschmelzen". Dies gelte auch für Bauinvestitionen im Verkehrshaushalt. "Die vorgesehene Kürzung um rund eine Mrd. Mark jährlich bis zum Jahr 2003 wird der Notwendigkeit zum Ausbau und zum Erhalt unserer Infrastruktur nicht gerecht."

Die Bauinvestitionen hätten bereits 1998 mit minus 4,3 Prozent in Gesamtdeutschland eine deutlich schlechtere Entwicklung gezeigt als erwartet, sagte Eichbauer. Für 1999 erwartet er einen Rückgang in Gesamtdeutschland um 0,5 Prozent. Für den Westen werde mit einem leichten Plus von einem halben Prozent gerechnet, im Osten jedoch ein Rückgang von 3,5 Prozent erwartet. Bereits die Zahlen für das erste Quartal 1999 zeigten eine negative Entwicklung. Die Bauinvestitionen für den Wirtschaftsbau hätten um 10,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen. Für Wohnbauten sei das Volumen der Bauinvestitionen um 3,1 Prozent geringer ausgefallen. Lediglich im öffentlichen Bau seien die Investitionen im Jahresvergleich um 18,8 Prozent angestiegen. Diese starke Zunahme lasse sich mit dem niedrigen Wert im ersten Quartal 1998 erklären.

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