Wirtschaft : Bauindustrie profitiert von der Finanzkrise Deutsche kaufen aus Angst um den Euro Immobilien

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Berlin - Die Angst der Bürger um den Euro beschert der deutschen Bauindustrie glänzende Geschäfte. Angesichts magerer Zinsen und womöglich steigender Inflation halten es viele offenbar für lohnend, in eine Immobilie zu investieren. „Der Wohnungsbau wird 2012 von der Krise der Kapitalmärkte wieder profitieren“, sagte Thomas Bauer, der Präsident beim Hauptverband der deutschen Bauindustrie, am Dienstag in Berlin. Von einem „dramatischen Konjunktureinbruch“ könne daher nicht die Rede sein, auch wenn die Entwicklung unsicher sei.

Bereits im vergangenen Jahr sorgte die Krise für gute Geschäfte – die Unternehmen wuchsen so stark wie zuletzt 1994. Die wichtigste Säule war der Wohnungsbau mit einem Plus von 14 Prozent. In Sachen Wohnimmobilien sei es hierzulande jahrelang schwierig gewesen, nun erlebe die Sparte eine „unerwartete Renaissance“. Auch spreche viel dafür, dass Anleger aus dem Süden Europas deutsche Wohnungen und Häuser als sicheren Hafen genutzt hätten, sagte Bauer weiter. Stabile Einkommen, sichere Arbeitsplätze und Altbau-Sanierungen hätten ein Übriges getan. Die Investoren zog es dabei vor allem in die Ballungszentren München, Frankfurt am Main, Berlin und Hamburg – in dieser Reihenfolge. Von einer Immobilienblase wie kürzlich in Spanien könne aber in Deutschland noch keine Rede sein. Es würden weiterhin weniger Wohnungen fertiggestellt als benötigt.

Insgesamt – Wohnungs-, Wirtschafts- und öffentlicher Bau zusammen – legte der Umsatz der Bauindustrie im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent zu. Für 2012 kalkuliert die Branche mit einem realen Plus von nur noch einem Prozent. Zwar geht Bauer davon aus, dass 210 000 Wohnungen errichtet werden, zugleich sei die Unsicherheit beim Wirtschaftsbau groß. Bei einer Konjunkturkrise würden die Auftraggeber erfahrungsgemäß Projekte rasch einfrieren oder sogar abbrechen. Bei Vorhaben, bei denen der Staat Bauherr ist, rechnet der Verband sogar mit einem Umsatzrückgang. Denn die Konjunkturprogramme seien ausgelaufen und der Staat müsse sparen. Carsten Brönstrup

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