Wirtschaft : Bauindustrie sieht kein Licht im Tunnel

BERLIN (chi). Die deutsche Bauwirtschaft sieht noch "kein Licht im Tunnel". Er befürchte, daß die "scheinbare Verbesserung" im ersten Quartal - mit einer Verbesserung der Auftragseingänge um 6,3 Prozent in Westdeutschland - keinen Bestand haben werde, sagte der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Ignaz Walter, am Mittwoch in Berlin. Vielmehr sei mit Umsatzrückgängen und dem Verlust von weiteren 50 000 Arbeitsplätzen allein im Bauhauptgewerbe zu rechnen.

Die Stimmung in der Branche bleibt schlecht. In einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelstages sagten 52 Prozent der befragten Bauunternehmer, sie erwarteten keine Verbesserung der Lage, 37 Prozent erwarten eine Verschlechterung.

Walter machte für diese Entwicklung vor allem die politischen Rahmenbedingungen verantwortlich. Statt Unternehmen zu entlasten, habe die Bundesregierung "zunächst einmal neue steuerliche Belastungen erfunden". Hinzu kämen Maßnahmen wie das 630-DM-Gesetz. Wegen der deshalb andauernden Investitionszurückhaltung der Industrie und der Haushaltsnöte der öffentlichen Hand könne nicht mit einer Belebung der Bautätigkeit gerechnet werden. Alles hänge nun davon ab, "ob Schröder weiterhin daran gehindert wird, seine Politik umzusetzen. Walter forderte Bund, Länder und Kommunen zugleich auf, nicht bei den Verkehrsausgaben zu sparen. Sollten Reparaturen unterbleiben, "wird es sehr teuer". Der Staat müsse sich endlich von der Vorstellung verabschieden, alles selbst finanzieren zu wollen, und privates Engagement zulassen.

Die Baubranche, so Walter, stecke "in einer ganz tiefen Krise". Ein weiterer Abbau der Kapazitäten sei nicht zu verhindern. Auf dem "total kaputten" Baumarkt herrsche ein so ruinöser Preiswettbewerb, "daß seriöse Unternehmer gar keine Chance haben". Zufrieden zeigte er sich über die Einigung beim Schlechtwettergeld. Nur dem Einsatz des Kanzlers sei es zu verdanken, daß der "Amoklauf" von Gewerkschaftschef Klaus Wiesehügel gestoppt wurde.

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