Wirtschaft : Bauindustrie streicht 45000 Jobs

Handwerk rechnet auch 2005 mit Umsatzrückgang

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Berlin Die deutsche Bauwirtschaft kann ihren seit zehn Jahren andauernden Niedergang 2004 nicht stoppen. So rechnet der Hauptverband der deutschen Bauindustrie mit einem Umsatzrückgang von 4,5 Prozent. Die Zahl der arbeitslosen Bauarbeiter werde in diesem Jahr um 45000 auf insgesamt 267000 steigen, sagte der Präsident des Verbandes, Ignaz Walter, am Mittwoch in Berlin. Im bisherigen Verlauf des Jahres seien bereits 4260 Baufirmen Pleite gegangen. Auch für 2005 rechnet Walter mit einem erneuten Umsatzrückgang um drei Prozent.

Während die Umsätze im Wohnungsbau in den ersten acht Monaten 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,1 Prozent zulegen konnten, ging der Wirtschaftsbau um 8,5 Prozent zurück. „Ich rechne hier in näherer Zukunft mit keiner Erholung“, sagte Walter. Problematisch sei auch der öffentliche Bau, der 2004 bisher ein Umsatzminus von 8,1 Prozent zu verzeichnen hatte. Walter forderte die Politik auf, die Bauwirtschaft durch mehr Privatfinanzierungen im öffentlichen Bau anzukurbeln. Zudem müssten die Einnahmen aus der Lkw-Maut in den Bau von Straßen und Schienen fließen.

Dagegen sieht das Handwerk „Anzeichen, dass die konjunkturelle Talfahrt ihrem Ende zugeht“. Das sagte Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Handwerksverbandes ZDH, in Berlin. Noch sei aber die Talsohle nicht erreicht. In diesem Jahr sinke der Umsatz der Betriebe um 2,1 Prozent, zudem würden 178000 Stellen abgebaut. Im Vorjahr sei der Rückgang aber noch größer gewesen. Die Handwerker beurteilten zudem zum zweiten Mal in Folge ihre Geschäftslage etwas besser als im Vorjahresquartal. Für 2005 erwartet Schleyer zwar nur noch ein Umsatzminus von einem Prozent aber den Verlust von 100 000 Jobs. awm/brö

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