Wirtschaft : Baukonzern Vinci will Berliner Schulen sanieren

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Berlin Lange haben sich Bund, Länder und Kommunen dagegen gesträubt, die Investitionen in und den Betrieb von öffentlichen Einrichtungen privaten Firmen zu überlassen. Die Situation hat sich nach Einschätzung der Unternehmen grundlegend geändert. „Der Durchbruch ist geschafft“, sagte Siegfried Eichler, Geschäftsführer der Vinci Deutschland GmbH, am Freitag in Berlin. In der Regel seien – unter anderem durch besseres Management – Einsparungen von zehn bis 20 Prozent der Kosten von heute möglich. Auch Berlin könne von privat-öffentlichen Partnerschaften stark profitieren.

Würde Berlin die Sanierung und den Betrieb seiner Schulen privaten Anbietern überlassen, könnte das – rein rechnerisch – Investitionen von 1,5 Milliarden Euro bedeuten, sagte Eichler. Geld, das das Land selber zwar investieren müsste, aber wegen der Finanzlage nicht aufbringen kann. Voraussetzung wäre jedoch, dass die Finanzkompetenzen der Bezirke erweitert werden. Bisher könnten die nur Vereinbarungen mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr eingehen.

Vinci ist Vorreiter auf dem deutschen Markt bei privat-öffentlichen Projekten. International sieht sich der französische Konzern mit einem Gesamtumsatz von 19,5 Milliarden Euro als Marktführer im Bereich Konzessionen und bauverwandten Dienstleistungen. 2004 gewann Vinci den Auftrag zum Betrieb von 43 Schulen in Offenbach, der bis dahin größte privat-öffentliche Auftrag in Deutschland. Dieses Jahr folgte der Kreis Bedburg in NRW. Die Verträge haben ein Volumen von insgesamt 418 Millionen Euro. Auch an der ersten Ausschreibung eines deutschen Autobahnabschnitts nach dem A-Modell, bei dem der private Anbieter Ausbau und Betrieb im Gegenzug für die Lkw-Mauteinnahmen übernimmt, will sich Vinci beteiligen. hop

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