Wirtschaft : Bausparkassen beraten inzwischen besser

Stiftung Warentest ist jedoch noch nicht mit ihnen zufrieden
- BERLIN (dr).Die Beratung bei den Bausparkassen ist zwar besser geworden, die Stiftung Warentest ist jedoch noch lange nicht zufrieden damit.Immerhin erhielten bei der jüngsten Prüfung sieben Institute das Urteil "gut", aber immer noch fünf Bausparkassen die Note "mangelhaft", sagte am Dienstag Hubertus Primus, Chefredakteur von Finanztest vor der Presse in Berlin.1994 fiel das Urteil noch viel verheerender aus: Damals schnitten 13 von 33 Bausparkassen "mangelhaft" ab, nur die HUK-Coburg erhielt "gut".Oft wurden die Kunden mit unleserlichen Schmierzetteln oder Prospekten abgespeist. Dies hat sich inzwischen geändert.Mit "gut" bewertet wurden diesmal Markführer Schwäbisch Hall, die Aachener Bausparkasse, die Colonia, die Debeka, die Landesbausparkasse Württemberg, die mh Bausparkasse und die BHW-Gruppe.Mit "mangelhaft" beurteilt wurden der Deutsche Ring, die Landesbausparkassen Norddeutsche, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein sowie Wüstenrot.Die LBS Berlin schnitt mit dem Prädikat "zufriedenstellend" ab.Pluspunkte konnten laut Primus vor allem die privaten Bausparkassen sammeln.Gleich elf der 20 privaten Bausparkassen erzielten ein besseres Ergebnis als 1994.Hier trage offensichtlich die nach der letzten Untersuchung angekündigte "Qualifizierungsoffensive" Früchte. Als gravierendste Fehler zählt die Stiftung auf: Falsche Zuteilungsprognose, überhöhte Bausparsumme.Jeder fünfte Berater versprach einen um mindestens zehn Monate zu frühen Zuteilungstermin.Rund 50 Prozent der Berater verschwiegen die Darlehensgebühr ­ in der Regel zwei bis drei Prozent des Bauspardarlehens ­ oder die Abschlußgebühr für den Bausparvertrag (25 Prozent).Mitunter lagen die Angaben über die Abschlußgebühr um mehr als 10 000 DM daneben.Nur die Hälfte der Berater erstellte einen Ansparplan, nur jeder dritte einen Tilgungsplan.Generell seien die Informationen häufig viel zu dürftig gewesen, bemängelt die Stiftung.Allgemein warnt die Verbraucherschutzorganisation, wer seinen Bausparvertrag ohne festen Plan anspare, mache Fehler, die ins Geld gingen.Entscheidend sei die Wahl des richtigen Tarifs und der richtigen Bausparsumme. Peter Schütt, der als Leiter der Abteilung Finanzdienstleistungen für die Untersuchung verantwortlich zeichnete, erläuterte, daß bei jeder der untersuchten Bausparkassen sieben Testgespräche geführt wurden.Die Vorgaben waren immer dieselben: In vier bis fünf Jahren soll Wohneigentum gekauft oder gebaut werden.Der Bausparvertrag kann mit monatlich 1000 angespart werden.Eigenkapital von 50 000 DM, angelegt in einem Sparbrief, ist vorhanden.

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