Wirtschaft : Bausparkassen: Eigenheimbau auf Rekordkurs

BONN .Trotz rückläufiger Zahlen im Mietwohnungsbau sehen die Privaten Bausparkassen einen ungebrochenen Trend zum Eigenheim.Die Zahl der Genehmigungen für selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser habe 1998 in Westdeutschland um 18 Prozent auf 140 000 Wohnungen zugenommen, in den neuen Ländern wurde das Vorjahresniveau von 46 000 genehmigten Wohnungen für den Eigenbedarf auch 1998 wieder erreicht.

Hauptgeschäftsführer Andreas Zehnder appellierte am Montag in Bonn an die rot-grüne Bundesregierung, den Aufwärtstrend im Eigenheimbau "nicht durch Einschränkung der Förderung" zu gefährden.1998 wurde die Rekordzahl von 165 000 Einfamilienhäusern fertiggestellt.Die Gesamtzahl aller Neubauwohnungen lag - wegen des rückläufigen Trends bei Mietunterkünften - mit knapp 520 000 Wohnungen allerdings um etwa zehn Prozent niedriger als 1997.

SPD und Grüne planen, im Zuge der Steuerreform Vergünstigungen zu streichen.Dazu zählen die pauschale steuerliche Abzugsfähigkeit von Aufwendungen bis 3500 DM vor Bezug der Wohnung und Erhaltungsaufwendungen bis maximal 22 500 DM.Erwerber von gebrauchtem Wohneigentum, die ohnehin nur noch die niedrigere Eigenheimzulage von 2500 DM pro Jahr in Anspruch nehmen könnten, würden durch diese Kürzungen dann getroffen, wenn ihre Finanzierungsbelastungen "am höchsten sind und jede Förderhilfe die finanzielle Belastung tragbarer macht", sagte Zehnder.Die rot-grüne Steuerreform sei "widersprüchlich und in sich nicht schlüssig".Das niedrige Zinsniveau wirkte sich erwartungsgemäß bremsend auf das Geschäft der Bausparkassen aus: Die Zahl der neu abgeschlossenen Bausparverträge ging 1998 um 2,7 Prozent auf 2,8 Mill.zurück.Die darin vereinbarte Bausparsumme von zusammen 101 Mrd.DM verfehlte das Niveau des Vorjahres um sechs Prozent.Zender rechnet gleichwohl für das Neugeschäft 1999 mit einer Stabilisierung auf hohem Niveau.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar