Wirtschaft : Baustoffe im Internet: Neue Datenbank soll den Fachhandel besser vernetzen

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Auf Internet-Revolution ist die deutsche Bauwirtschaft schlecht vorbereitet. Von den großen Konzernen abgesehen, nutzen nach Schätzungen von Branchenexperten nur 20 bis 25 Prozent der mittelständischen Betriebe das Internet aktiv für Einkauf, Organisation und Vertrieb, weniger als ein Prozent des Baustoffhandels wird in Deutschland bislang online abgewickelt. "Wir stehen in diesem Prozess erst am Anfang", räumte der Präsident des Bundesverbandes Baustoffe, Steine, Erden, Jürgen Lose, am Montag anläßlich des zweiten Deutschen Baustoffkongresses in Berlin ein. "Noch immer gibt es eine große Anzahl von Unternehmen, die sich viel zu passiv verhalten und damit die Chancen ungenutzt lassen." Vor allem für die kleinen und mittelständischen Betriebe könnte dies aber bald zu einem existenzbedrohenden Problem werden, warnte er.

Als Hürde erwies sich bislang, dass der Baustoffhandel - anders als die Lebensmittelbranche - keine einheitlichen Standards für Produktinformationen und -beschreibungen kannte. Das hat sich geändert. Die Baudatenbank, eine Gemeinschaftsinitiativen von Baustoffherstellern, Fachhandel und der Firma Heinze GmbH, einer Tochtergesellschaft von Bertelsmann-Springer, hat mittlerweile 60 bis 70 Prozent der meistgebräuchlichen Artikel auf einheitliche Standards gebracht. Sie bietet den Unternehmen auch die Einrichtung einer "virtuellen Filiale" an, die Kosten dafür bezifferten die Geschäftsführer der Baudatenbank GmbH mit etwa 10 000 Mark pro Jahr. Ihren Angaben zufolge nutzen inzwischen zwei Drittel der rund 1500 Fachhandelsbetriebe das System für die Kundenberatung. Rund 250 Unternehmen haben den Online-Bestellservice eingeführt.

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