Bauunternehmen Bilfinger : Nächstes Problem: Die A 1 zerbröselt

Neuer Ärger für Bilfinger Berger: Nach den Bau-Skandalen bei den U-Bahn-Projekten in Köln und Düsseldorf und Ungereimtheiten bei der ICE- Trasse Nürnberg–Ingolstadt kommt der Baukonzern jetzt auch wegen Autobahnbauarbeiten ins Gerede.

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Der Asphalt auf der A 1 zerbröselt. -Foto: dpa

Auf der A 1 zwischen Bremen und Hamburg ist auf zwei kürzlich ausgebauten Teilstrecken der neue Flüsterasphalt bröselig geworden, so dass er wohl über mehrere Kilometer hinweg komplett erneuert werden muss. Die Probleme seien „kein Routinemangel“, gestand Bilfinger-Chef Herbert Bodner am Donnerstag in Mannheim auf der Bilanzpressekonferenz des Konzerns ein.

Für die Bauarbeiten beim sechsspurigen Ausbau der A 1 ist eine Arbeitsgemeinschaft aus Bilfinger Berger und der Papenburger Baufirma Johann Bunte zuständig, wie ein Sprecher des Baukonsortiums A 1 mobil am Donnerstag dem Tagesspiegel berichtete. Zum Teil seien auch „nachgeordnete Unternehmen“ beteiligt. Daher könne er nicht sagen, welche Firma genau die betroffenen Streckenabschnitte gebaut habe.

Warum die oberste Asphaltschicht schon nach wenigen Wochen brüchig geworden ist, darüber rätseln die Verantwortlichen noch. Seit Januar sind sogenannte Kornablösungen aufgetreten, die sich zu Schlaglöchern ausgeweitet haben – bis zu vier Zentimeter tief. Betroffen ist Flüsterasphalt, der bei anderen Bauarbeiten problemlos eingesetzt wurde, auch im Winter. Hat auf der A 1 also jemand gepfuscht? Gutachter der Technischen Universität Darmstadt sollen die Ursache bis April herausfinden. Im Spätherbst soll dann die ganze Deckschicht der Fahrbahn ausgetauscht werden. Die Kosten schätzt Bodner auf 2,5 Millionen Euro.

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11.03.2010 22:12Kopfzerbrechen bei Bilfinger-Chef Herbert Bodner: Erneut steht ein Bauprojekt des Konzerns unter Pfusch-Verdacht. -


Der Pfusch beim Bau der Kölner U-Bahn kommt teurer. Schätzungen zufolge muss die am Bau beteiligte Arbeitsgemeinschaft bis zu einer Milliarde Euro zahlen. Doch Bilfinger selbst müsse nur für „sehr geringe Beträge“ geradestehen, sagte Bodner. „Das ist nichts, was den Abschluss beeinträchtigen würde. Bilfinger Berger hat einen angemessenen Versicherungsschutz.“ Auch auf das laufende Geschäft wirke sich der Skandal nicht aus, sagte der Konzernchef: „Es ist generell kein Vertrauensverlust bei den Kunden festzustellen.“ 2009 hatte Bilfinger einen Gewinn von 140 Millionen Euro erzielt. Weltweit arbeiten rund 67 000 Menschen für den Konzern. Eckhard Stengel

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