Wirtschaft : Bauwirtschaft hofft auf Ende der Krise im kommenden Jahr

msh

Die deutsche Bauwirtschaft rechnet für das kommende Jahr mit einem Ende der seit acht Jahren andauernden Baukrise. "Wir sind optimistisch, im Jahr 2003 endlich die Talsohle zu erreichen", sagte Arndt Frauenrath, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), am Freitag in Berlin. Frauenrath stützt seine Hoffnung auf eine steigende Zahl an Bauaufträgen in Ostdeutschland und ein baldiges Anziehen der Nachfrage nach Gewerbebauten. Im laufenden Jahr erwartet der ZDB dagegen erneut einen Rückgang der Bauinvestitionen um etwa zwei Prozent. 2003 könne sich die Entwicklung dann stabilisieren. Die Branche werde 2002 nochmals rund 50 000 Stellen abbauen müssen, nach einem Verlust von über 95 000 Stellen im vergangenen Jahr.

Die deutsche Bauindustrie befindet sich seit Mitte der neunziger Jahre in der Krise. Nach einem Boom in Folge der Wiedervereinigung brach die Baukonjunktur regelrecht ein. Grund waren ein Überangebot an Gewerbeimmobilien und die leeren Kassen der öffentlichen Hand. Auch der Bau von Wohnungen, eine der letzten Stützen der Branche, ging immer stärker zurück. Allein im vergangenen Jahr sank die Baunachfrage bei Wohnungen um 17 Prozent. ZDB-Präsident Frauenrath forderte daher, die Eigenheimzulage als "Hauptanreiz für den privaten Wohnungsbau" nicht weiter zu kürzen, sondern wieder zu erhöhen. "Nicht nur die privaten Häuslebauer sind verunsichert", sagte Frauenrath. Auch der Mietwohnungsbau sei in den vergangenen Jahren fast vollständig zum Erliegen gekommen. Als Grund nennt der ZDB die Erhöhung der Gewerbesteuer, die Neufassung des Mietrechts oder die Diskussion über die Neubewertung von Immobilien bei Erbschaften. Frauenrath: "Es lohnt sich einfach nicht, in den Mietwohnungsbau zu investieren."

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