Wirtschaft : Bavaria verspricht Fernsehen ohne Schleichwerbung

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München - Die Bavaria Film kommt der Schleichwerbungsskandal, der im vergangenen Jahr bekannt wurde, teuer zu stehen. Die Kosten für Abfindungen, Anwälte und Wirtschaftsprüfer haben den Gewinn des größten Fernseh- und Filmproduzenten in Deutschland um 4,5 Millionen Euro gedrückt – 2,5 Millionen Euro muss das Unternehmen alleine an die ARD bezahlen. „Wir hätten ein Rekordergebnis erzielt, hätten wir im vergangenen Jahr nicht den Sündenfall gehabt“, sagte Bavaria-Chef Dieter Frank dem Handelsblatt.

Für die Zukunft verspricht Bavaria-Chef Frank einen sauberen Bildschirm ohne Schleichwerbung. „Es ist ausgeschlossen, dass so etwas noch einmal passiert“, sagte der 65-jährige Manager. Die Bavaria habe die Verträge mit Mitarbeitern und Dienstleistern inzwischen verschärft.

Die Bavaria gehört den ARD-Sendern BR, WDR, MDR und SWR. Die Münchener Firma wurde 2005 in ihren Grundfesten erschüttert. Denn in der von Bavaria produzierten ARD-Serie „Marienhof“ wurde jahrelang illegale Schleichwerbung betrieben.

Auf Druck der EU-Kommission hat die Bavaria im April ihren börsennotierten Fernseh- und Kinoproduzenten Odeon Film verkauft. „Mit dem Verkauf von Odeon haben wir nun den Rücken frei“, sagte Frank. Rückläufige Geschäfte der Odeon im zweistelligen Millionenbereich waren nach Angaben Franks für den Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2005/ 2006 verantwortlich, das am 31. Januar endete. Die Erlöse gingen auf 310 Millionen Euro zurück. Im Vorjahr waren es noch knapp 319 Millionen Euro gewesen. Doch nicht nur Odeon belastete die Bavaria. Auch Großproduktionen waren zu teuer. Für 2006 ist die Bavaria zurückhaltend. „Das Jahr ist gut angelaufen, aber der Markt bleibt schwierig“, sagte Frank. Konkurrenten wie die Ufa haben es geschafft, mit dem Verkauf von täglichen Seifenopern ihre Umsätze und Gewinne zu steigern. Der Telenovela-Boom ging an der Bavaria weitgehend vorbei. Sie ist nur mit „Sturm der Liebe“ in der ARD präsent. jojo/hps (HB)

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