Wirtschaft : Bawag-Bank geht an Cerberus

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Wien - Die durch massive Spekulationsverluste in schwere Turbulenzen geratene österreichische Gewerkschaftsbank Bawag geht an den US-amerikanischen Hedge-Fond Cerberus und nicht an die Bayerische Landesbank (BayernLB). Cerberus zahlt nach Berichten vom Freitag 3,2 Milliarden Euro für die viertgrößte Bank Österreichs.

Das Präsidium des Österreichischen Gewerkschaftsbundes ÖGB hatte Cerberus am Donnerstagabend den Zuschlag gegeben. Cerberus hatte die Offerte der Bayern in den vergangenen Tagen noch überboten. Die Bawag selbst konnte in diesem Jahr nur durch eine Staatsgarantie in Höhe von 900 Millionen Euro vor dem Kollaps gerettet werden. Zuvor hatte die Bank bei Geschäften in den USA und der Karibik schwere Spekulationsverluste erlitten. Ein großer Teil des früheren Bawag-Vorstands muss sich voraussichtlich im nächsten Jahr vor Gericht verantworten.

Die „Bank für Arbeit und Wirtschaft“ (Bawag) geht an ein Konsortium um Cerberus, die Generali Versicherung und die österreichische Bausparkasse Wüstenrot sowie eine Gruppe um den österreichischen Unternehmer Hannes Androsch, einen ehemaligen sozialdemokratischen Finanzminister. In den vergangenen Tagen konnte Cerberus auch noch die privatisierte Österreichische Post auf seine Seite bringen, die bisher schon mit ihren 1300 Filialen ein Bawag-Partner war. Sie soll mit bis zu zehn Prozent an der Bank beteiligt werden.

Die Bawag P.S.K. soll nun die Europa-Zentrale für die Aktivitäten von Cerberus werden. Der amtierende Bawag-Chef, Ewald Nowottny, erklärte, der frühere US-Finanzminister und Cerberus-Chef John Snow werde in den Aufsichtsrat der Bank eintreten. Er sei zufrieden mit der Übernahme, da die Käufergruppe ein starkes österreichisches Element enthalte. Ausschlaggebend für den Zuschlag zu Gunsten des Cerberus-Konsortiums sei unter anderem eine fünfjährige Arbeitsplatzgarantie für Bawag-Mitarbeiter gewesen, sagte Nowottny. dpa

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