Wirtschaft : Bayer AG: Gerücht um Roche-Gebot treibt Aktie

agr/shf

Die Aktie des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer AG, Leverkusen, hat am Dienstag einen deutlichen Kursgewinn an der Börse verzeichnet, nachdem am Markt über ein 20 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot des Schweizer Roche-Konzerns für die Bayer-Pharmasparte spekuliert wurde. Bayer legte bis zum Nachmittag um 2,63 Prozent auf 36,03 Euro zu. Bayer hält sich wie auch Roche zur Übernahmeofferte bedeckt. Ein Bayer-Sprecher erklärte erneut, dass die Pharma-Strategie nach dem Desaster mit dem Cholesterinsenker Lipobay überprüft werde. Eine Entscheidung soll in den kommenden Wochen fallen. Ob dies bereits zur Aufsichtsratssitzung am 13. September geschieht, wollte der Sprecher nicht kommentieren. Auch eine Roche-Sprecherin wollte die Übernahmegerüchte nicht kommentieren. Sie erklärte aber, dass ein Konzern wie Roche immer offen sei für strategische Allianzen.

Als Reaktion auf die Lipobay-Krise hatte Bayer-Chef Manfred Schneider kürzlich einen Verkauf der Pharmasparte nicht mehr generell ausgeschlossen. Schneider hatte dies aber lediglich als eine theoretische Möglichkeit bezeichnet, die zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Betracht komme. Aufgeschlossener hatte sich Schneider gegenüber einer Partnerschaft gezeigt. Falls Bayer den Pharmabereich in eine Kooperation einbringe, sei der Konzern bereit, auf die unternehmerische Führung zu verzichten.

Zwei Pharmakonzerne hätten bereits ihr Interesse für den Bayer-Pharmabereich angemeldet, hatte Schneider weiter erklärt. Bereits damals war Roche von Analysten als einer der Kandidaten ins Spiel gebracht worden. Bayer erzielte 2000 mit den Pharmaprodukten 6,1 Milliarden Euro Umsatz oder 61 Prozent des Gesamtumsatzes der Sparte Gesundheit. Abzüglich des LipobayUmsatzes von 636 Millionen Euro blieben damit knapp 5,5 Milliarden Euro Pharmaumsatz. Ein Kaufpreis von 20 Milliarden Dollar, wie Roche ihn geboten haben soll, entspricht einer Bewertung von eins zu vier.

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