Wirtschaft : Bayer AG: Zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Ergebnis

agr

Deutliche Zuwächse bei Umsatz und operativem Ergebnis hat die Bayer AG im ersten Halbjahr 2000 erzielt. "Die Geschäftsentwicklung ist weiter erfreulich", erklärte der Vorstandschef des Chemie- und Pharmakonzerns, Manfred Schneider, am Donnerstag in Leverkusen. Bereinigt um Sondereeffekte und den Börsengang der Bildtechnologie-Tochter Agfa kletterte der Umsatz um 22 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro und das operative Ergebnis um 31 Prozent auf zwei Milliarden Euro. Schneider begründete die Entwicklung mit der weltweit positiven Wirtschaftsentwicklung: "Die stabile Nachfrage in den USA und Asien bei gleichzeitig verbesserter Konjunktur in Europa und auch in Deutschland ermöglichten den guten Halbjahres-Abschluss."

Schneider rechnet auch im Gesamtjahr mit zweistelligen Zuwachsraten bei Umsatz und Ergebnis: "Dabei setzen wir vorrangig auf unser Arbeitsgebiet Gesundheit, wo wir auf Grund der steigenden Nachfrage nach unseren Produkten weiteres Wachstumspotenzial sehen." In der Gesundheit hat Bayer den Umsatz um 21 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro erhöht. Mit einem Plus von 68 Prozent auf 726 Millionen Euro legte das operative Ergebnis noch stärker zu. Schneider: "Wir sind mit einer Umsatzrendite von 15 Prozent nach 11 Prozent auf dem richtigen Weg." Für 2002 peilt Bayer in der Gesundheit eine Umsatzrendite von mindestens 20 Prozent an.

Hervorgehoben wird die gute Entwicklung des Pharmabereichs. Pharma erzielte ein Umsatzplus von 23 Prozent und eine "sehr gute Ergebnisentwicklung". In einem Aktionärsbrief wird dies vor allem auf die Konzentration auf die Bayer-Kernprodukte zurückgeführt. Die Top-Produkte, das Antiinfektivum Cipro und der Blutdrucksenker Adalat, hätten beim Umsatz deutlich zugelegt. Bei dem Cholesterinsenker Lipobay habe sich der Umsatz fast verdoppelt.

Sorgenkinder bleiben dagegen die beiden Arbeitsgebiete Polymere und Chemie. Sie wiesen zwar ebenfalls hohe Umsatzzuwächse aus. Dahinter zurück blieben aber die operativen Ergebnisse. Die Umsatzrenditen beider Bereiche fielen um über zwei Prozentpunkte auf 11,5 Prozent bzw. 11,8 Prozent zurück. Begründet wird das vor allem mit drastisch gestiegenen Rohstoffpreisen. Doch habe Bayer mit selektiven Preiserhöhungen gegengesteuert.

Ihre Erwartungen im Großen und Ganzen bestätigt sahen die Aktienanalysten, wobei einige vom Gesundheitsbereich positiv überrascht waren, andere allerdings insgesamt etwas mehr Gewinn erwartet hatten. Die Börse reagierte auf die Halbjahreszahlen eher negativ, gegen den allgemeinen Trend lag die Bayer-Aktie am späten Nachmittag im Minus.

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