Wirtschaft : Bayer-Aktionäre sollen am Spitzengewinn teilhaben

Chemieriese erhöht Dividende / Auch Hoechst will mehr zahlen DÜSSELDORF/MANNHEIM (abo/shf/HB/rtr).Die Mitteilung aus Leverkusen hat Chemieaktien ordentlich Schub gegeben: Die Bayer AG hat ihr operatives Ergebnis 1997 um 20,4 Prozentauf 5,4 Mrd.DM gesteigert.Das machte sich am Dienstag sofort in den Kursen bemerkbar.Obwohl an den Märkten gute Nachrichten von Bayer erwartet worden waren, kletterte die Aktie um 1,86 Prozent auf 82,15 DM.Der Konzerngewinn stieg im vergangenen Jahr um 7,9 Prozent auf 2,941 Mrd.DM.Der Umsatz nahm um 13,2 Prozent auf über 55 Mrd.DM zu.Deutlich geringer fiel erneut das Umsatzplus im Stammhaus Bayer AG mit 2,8 Prozent aus.Die AG setzte knapp 18,7 Mrd.DM um.Dank deutlich höherer Erträge aus Firmenbeteiligungen nahm der Jahresüberschuß um 7,1 Prozent auf 1,458 Mrd.DM zu.Zur Vorbereitung auf den Euro soll die Bayer-Aktie auf Aktien ohne Nennwert umgestellt werden.Die beiden anderen Farbentitel profitierten am Dienstag noch deutlicher.Die Aktie der Frankfurter Hoechst AG stieg um 4,25 Prozent auf 74,85 DM, wobei auch das Programm der Konzernspitze für die Hauptversammlung eine Rolle spielte.Nun konzentriert sich das Interesse auf das für kommenden Dienstag angekündigte Jahresergebnis der BASF AG, Ludwigshafen, deren Kurs gestern um 3,63 Prozent auf 70,88 DM anzog.Auch BASF steht vor einem Rekordergebnis.Per Ende September hatte der Chemiekonzern sein Betriebsergebnis um 12,5 Prozent auf 3,8 Mrd.DM gesteigert.BASF ließ damals offen, ob es den Betriebsgewinn über die Schwelle von 5 Mrd.DM hieven könne.Analysten trauen dies der BASF aber zu.Schätzungen für das Ergebnis je Aktie reichen bis zu 4,90 DM.Die Dividende wird bei 1,90 DM (1996: 1,70 DM) erwartet.Die Commerzbank-Analysten rechnen sogar mit einer zwei vor dem Komma.Anfang des Monat hatte die Hoechst AG, Frankfurt, einen Jahresüberschuß von 1,34 Mrd.DM bei 52,1 Mrd.DM Konzernumsatz erzielt.Bereinigt um die Entlassung verschiedener Beteiligungen aus dem Konsolidierungskreis errechne sich ein Gewinnanstieg, teilte Hoechst seinerzeit mit.Am Dienstag erklärte das Unternehmen, den Aktionären solle eine um 10 Pfennig auf 1,50 DM erhöhte Dividende für 1997 gezahlt werden.Zudem werde eine Steuergutschrift von 0,64 DM je Aktie gezahlt.Insgesamt soll eine Dividendensumme von 882 Mill.DM ausgeschüttet werden.Den Angaben zufolge sind dies 49 Mill.DM mehr als 1996.In der Chemie-Rangliste des Fachblatts "Chemical Week" waren die Farbennachfolger von der E.I.du Pont de Nemours and Company (Du Pont), Wilmington/Delaware, mit einem Chemieumsatz von 23,3 Mrd.Dollar auf Platz zwei bis vier verwiesen worden.Nicht unter die Chemie fallen in der CW-Definition allerdings Produktgruppen, mit denen BASF, Bayer und Hoechst einigen Umsatz machen bei allen drei Firmen sind besonders die Pharmaerlöse ausgeblendet, die bei DuPont anteilig geringer zu Buche schlagen.Die Märkte rund um Gesundheit, Landwirtschaft und Öl/Gas (BASF) werden jedoch für die drei deutschen Firmen wichtiger.Hilfreich für das reine Chemiegeschäft ist der starke Dollar, der in den Umsätzen von 1996 noch nicht sichtbar wurde.So dürfte ein neuerlicher Vergleich der großen Chemiekonzerne spannend werden, zumal auch wichtige Produktzyklen derzeit regional versetzt ablaufen Europa hängt gegenüber den USA zurück, in Asien hat die Währungskrise eine Schneise ins Geschäft geschlagen.Es kommt für das Geschäft der Farbennachfolger also darauf an, wie sie sich im Dollarraum behaupten.Allerdings haben die Vorgänge in Fernost die Chemiebegeisterung der Analysten aufgrund von Abwertungen und der insgesamt schwächeren Nachfrage in Asien etwas gedämft.Die Akquisitions- und Fusions-Phantasie gehört dagegen zu den Faktoren, die die Kurse von Chemiewerten derzeit hochhalten.

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