Wirtschaft : Bayer einigt sich mit US-Regierung im Streit um Cipro

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Der Bayer-Konzern will der amerikanischen Regierung 100 Millionen Pillen des Anti-Milzbrand-Antibiotikums Ciprobay ("Cipro") verbilligt zur Verfügung stellen. "Das ist eine außergewöhnliche Regelung für eine außergewöhnliche Situation", sagte Bayer-Sprecher Michael Diehl am Mittwoch auf Anfrage. Zu welchem Preis Cipro an die US-Regierung geliefert werde, wollte der Bayer-Sprecher nicht sagen, der Preis liege aber deutlich unter dem Großhandelspreis von 4,63 Dollar je Tablette. Bei Regierungsgeschäften sei der Konzern bereit, Rabatte zu gewähren. Weitere Details sollen nach Unterzeichnung eines entsprechenden Abkommens mit der US-Regierung in Kürze bekanntgegeben werden.

Zuvor hatte die US-Regierung den Konzern erheblich unter Druck gesetzt. US-Gesundheitsminister Tommy Thompson hatte in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN angekündigt, der Preis pro Cipro-Tablette werde "unter einem Dollar" liegen. Entweder Bayer stimme dem zu, oder die US-Regierung werde sich an den Kongress wenden, um eine andere Lösung zu finden. Thompson hatte versprochen, dass die US-Bürger die Cipro-Tabletten auf jeden Fall günstiger als die 1,83 Dollar je Tablette erhielten, die Bayer von der US-Regierung verlangt. Die US-Regierung will ihren Vorrat an Antibiotika aufstocken, um zwölf Millionen Menschen 60 Tage lang gegen Milzbrand behandeln zu können. Bayer hält noch bis Ende 2003 das US-Patent an Cipro.

Der Bayer-Sprecher sagte, es habe "zu keinem Zeitpunkt und von keiner Seite Bestrebungen gegeben, den Patentschutz auszuhebeln". Erst am Dienstag hatte sich der Bayer-Konzern gütlich mit der kanadischen Regierung über die Einhaltung der Patente auf Cipro geeinigt. Die Regierung hatte zuvor ein billigeres Nachahmerprodukt eines heimischen Herstellers dem Bayer-Original vorgezogen.

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