Wirtschaft : Bayer kann Pflanzenschutz von Aventis übernehmen

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Der Leverkusener Bayer-Konzern darf die Pflanzenschutzsparte von Aventis übernehmen - allerdings unter Auflagen. So werde sich Bayer von einem Teil seines Insektizid-Geschäftes trennen müssen, teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit. Nach Angaben der Kommission gewährleisten die Zusagen, dass auf keinem der betroffenen Märkte eine beherrschende Stellung entsteht oder gestärkt wird. Jetzt muss noch die US-Wettbewerbsbehörde Federal Trade Commission (FTC) dem Milliarden-Geschäft zustimmen.

Bayer hatte Aventis Crop Science im vergangenen Oktober für 7,25 Milliarden Euro von Aventis gekauft und sich verpflichtet, die Schulden zu übernehmen. Wird die Übernahme auch von der FTC genehmigt, steigt Bayer weltweit zur Nummer zwei im Pflanzenschutzgeschäft auf - nach der Schweizer Syngenta. Auch Schering profitiert von dem Geschäft: Für ihre 24-prozentige Finanzbeteiligung an Aventis Crop erhält sie voraussichtlich 1,5 Milliarden Euro.

Bayer zeigte sich mit der Brüsseler Entscheidung zufrieden. Der Konzern muss nach Angaben der EU-Kommission einen Teil des Insektizid-Geschäfts verkaufen, darunter das meistverkaufte Insektenvernichtungsmittel Fipronil. Außerdem wird sich der Chemie- und Pharmakonzern innerhalb des nächsten halben Jahres von einigen Pilzvernichtungsmitteln (Fungiziden) trennen müssen. Insgesamt umfassen die Verkäufe nach Bayer-Angaben ein Umsatzvolumen von 600 Millionen Euro oder neun Prozent des kombinierten Umsatzes im Jahr 2000.

Branchenbeobachter zeigten sich von der Höhe überrascht. "Wir hatten erwartet, dass die Auflagen nicht ganz so hoch sind", sagte etwa Sal.-Oppenheim-Analyst Ludger Mues. Er hatte mit einem Umsatzvolumen von rund 400 Millionen Euro gerechnet. Als wahrscheinlichen Käufer für die Insektizide nannte Mues die Konkurrenten BASF oder Syngenta. Der Kurs der Bayer-Aktie stieg bis zum Nachmittag parallel zum Markttrend um 0,45 Prozent auf 40,19 Euro.

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