Wirtschaft : Bayer kippt Übernahme von US-Firma Pharmakonzern will keinen Bieterwettkampf

Leverkusen - Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat seine Übernahmepläne für den US-Ernährungsspezialisten Schiff Nutrition nach dem höheren Gegengebot des britischen Konsumgüterkonzerns Reckitt Benckiser aufgegeben. Bayer werde sein Gebot von 1,2 Milliarden US-Dollar (920 Millionen Euro) oder 34 Dollar je Aktie nicht aufstocken, geht aus am Dienstag bei der US-Börsenaufsicht SEC hinterlegten Unterlagen hervor. Reckitt Benckiser hatte das Bayer-Gebot erst Ende vergangener Woche überraschend mit 1,4 Milliarden Dollar um 200 Millionen Dollar übertrumpft. Die Briten bieten 42 Dollar je Aktie. Bayer wollte dazu aus rechtlichen Gründen keine Stellungnahme abgeben.

Der Einstieg in einen Bieterwettstreit würde zu einem zu hohen Preis führen, hieß es in der Bayer-Erklärung für die Börsenaufsicht. Reckitt sieht in dem Vitaminhersteller Schiff eine perfekte Ergänzung zu seinem strategischen Schwerpunkt im Gesundheits- und Hygienegeschäft, hatte Konzernchef Rakesh Kapoor erklärt. Bayer wollte die Übernahme eigentlich noch in diesem Jahr abschließen. Das US-Unternehmen sollte die Bayer-Sparte rezeptfreier Arzneien und Vitamine ergänzen. Schiff erzielte im vergangenen Geschäftsjahr (bis Ende Mai) mit rund 400 Mitarbeitern einen Umsatz von 259 Millionen Dollar (202 Millionen Euro) und peilt für das laufende Jahr ein Erlösplus von mehr als 40 Prozent an.

Aber es gab auch gute Nachrichten für den Pharmakonzern: Die EU-Kommission habe grünes Licht für die Erweiterung der Zulassung des Thrombosehemmers Xarelto gegeben, teilte Bayer am Dienstag in Berlin mit. Xarelto ist das derzeit wichtigste neue Medikament von Bayer. Die Leverkusener trauen dem Präparat in allen Indikationsgebieten zusammengerechnet einen jährlichen Spitzenumsatz von mehr als zwei Milliarden Euro zu, hieß es. dpa/rtr

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