Wirtschaft : Bayer nimmt Milliarden für Schering ein

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Berlin - Bayer verkauft überraschend seine Diagnostiksparte für 4,2 Milliarden Euro an Siemens. Das teilte der Pharmakonzern am Donnerstag abend mit. „Der Verkauf der Diagnostiksparte hat nichts mit Schering zu tun“, sagte Bayer-Sprecher Günter Forneck dem Tagesspiegel. Allerdings kann Bayer die Milliarden gut gebrauchen. Immerhin müssen die Leverkusener für den Erwerb von Schering rund 17 Milliarden Euro bezahlen.

Nach Abzug der Steuern fließen Bayer von Siemens etwa 3,6 Milliarden Euro zu. Das erleichtert die Finanzierung der Schering-Übernahme. So wird zum einen die geplante Hybrid-Anleihe von 1,3 Milliarden Euro entweder kleiner ausfallen oder gar nicht aufgelegt werden. Zum anderen soll die im Zusammenhang mit dem Schering-Erwerb angekündigte Aufnahme von Eigenkapital statt vier Milliarden Euro nur noch 3,5 Milliarden Euro betragen. „Insgesamt reduziert dieser Verkauf unsere Verschuldung deutlich und trägt damit zur Verbesserung unserer Rating-Kennzahlen bei“, sagte Bayer-Chef Werner Wenning, dessen Vertrag vom Aufsichtsrat am Donnerstag um drei Jahre bis 2010 verlängert wurde.

Die Verhandlungen mit Siemens haben nach Bayer-Angaben unabhängig von der Schering-Übernahme stattgefunden. Zwar hat auch Schering eine Diagnostik-Sparte, doch handelt es sich dabei um Kontrastmittel, die in den Körper gegeben werden. Die Bayer-Diagnostikabteilung hat ihre Schwerpunkte dagegen in der Gerätetechnik, der Hardware und IT-Vernetzung. Das Geschäft mit Kontrastmitteln bei Schering wird von der jüngsten Transaktion nicht berührt, betonte Bayer ausdrücklich. Dieses werde ein wesentlicher Bestandteil der künftigen Bayer Schering Pharma AG sein. hej

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