Wirtschaft : Bayer trennt sich von seiner Chemiesparte

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Essen Die Aktionäre der Bayer AG haben bei einer außerordentlichen Hauptversammlung in Essen am Mittwoch mit mehr als 99 Prozent des anwesenden Kapitals der Abspaltung der Chemiesparte Lanxess AG zugestimmt. Vertreten waren 42 Prozent des Kapitals. Aktionärsschützer äußerten sich positiv.

Damit ist der Weg frei für die Trennung des Traditionskonzerns von rund einem Fünftel seines Geschäfts. Die Lanxess-Aktien werden Anfang kommenden Jahres an die Bayer-Eigner verteilt. Für zehn Bayer-Aktien gibt es eine Lanxess-Aktie. Die Börsennotierung des Unternehmens ist Konzernkreisen zufolge dann für Februar 2005 geplant.

Die Entwicklung der Märkte erfordere unterschiedliche Geschäftsmodelle, begründete Bayer-Vorstandschef Werner Wenning den Konzernumbau. Die Gesamtstrategie werde der Lanxess-Vorstand in Kürze präsentieren. Rolf Stomberg, ein früherer Manager der Mineralölindustrie, soll Aufsichtsratsvorsitzender werden. „Lanxess kann sich künftig besser auf die speziellen Erfordernisse des Wettbewerbs in ihrem Geschäft einstellen“, sagte Wenning. Das Unternehmen mit rund sechs Milliarden Euro Umsatz und 20000 Mitarbeitern soll zunächst mit einem Sparprogramm auf Vordermann gebracht werden. Analysten gehen davon aus, dass sich Lanxess mit Abspaltungen und Zukäufen rasch verändert.

Das könnte Deutschlands künftig nach BASF und Degussa drittgrößter reiner Chemiekonzern gut vertragen. Lanxess soll mittelfristig eine operative Umsatzrendite vor Abschreibungen von knapp über zehn Prozent erreichen. Nach Abschreibungen (Ebit-Marge) wird diese Kennzahl jedoch bedeutend niedriger liegen. Für 2003 erreichte sie 2,4 Prozent, weit weniger als im Branchendurchschnitt. abo/HB/ddp

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