• Bayer und Lanxess streichen hunderte Stellen Schwache Chemiekonjunktur zwingt Konzerne zu Sparprogrammen

Wirtschaft : Bayer und Lanxess streichen hunderte Stellen Schwache Chemiekonjunktur zwingt Konzerne zu Sparprogrammen

Berlin – Angedeutet hatte Bayer-Chef Marijn Dekkers das Sparprogramm bereits am Montagabend. Die Kunststoffsparte, so hatte der Niederländer bei einem Pressetermin in Leverkusen erklärt, leide unter Überkapazitäten und müsse effizienter werden, besonders wegen der schwächeren Nachfrage aus China. Für konkrete Zahlen zu Stellenstreichungen sei es aber noch zu früh. Offenbar am selben Tag verkündete der Konzern aber auf einer Mitarbeiter-Versammlung in Leverkusen, dass in den nächsten vier Jahren weltweit bis zu 700 Jobs im Teilkonzern Material Science wegfallen könnten, davon bis zu 180 in Deutschland. Geplant sei, die Stellen abzubauen oder durch den Verkauf von Beteiligungen auszugliedern. Dem Gesamtbetriebsrat zufolge, der die Streichungen kritisierte, soll in diesem Rahmen auch das Forschungsbudget gekürzt werden. Der Teilkonzern Material Science – die dritte Säule des Chemie- und Pharmakonzerns neben Pflanzenschutz und Gesundheit – beschäftigt weltweit rund 14 400 Mitarbeiter, davon 5200 in Deutschland. Letztere sind durch eine Betriebsvereinbarung bis Ende 2015 vor Kündigungen geschützt.

Auch Lanxess, das einst aus Bayer hervorging, plant die Streichung von 1000 Arbeitsplätzen weltweit bis Ende 2015, davon 300 in Deutschland. Der Spezialchemiekonzern leidet unter der schwachen Autokonjunktur in Europa. „Aufgrund der aktuellen Lage müssen wir jetzt entschieden handeln“, begründete Firmenchef Axel Heitmann am Mittwoch in Köln das Sparprogramm. Lanxess ist mit weltweit 17 500 Mitarbeitern der größte Hersteller von Synthesekautschuk und damit besonders abhängig von der Auto- und Reifenindustrie. Der Konzern prüft zudem „strategische Optionen“ für drei Randgeschäfte, bei denen rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Möglich sei etwa ein Verkauf der Firmenteile oder die Einbringung in GemeinschaftsBAYER AG]LANXESS AG]firmen. jmi/dpa

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