• Bayer zu Vergleich mit Lipobay-Opfern bereitKonzern zahlt bereits in Einzelfällen Schadenersatz an Erkrankte

Wirtschaft : Bayer zu Vergleich mit Lipobay-Opfern bereitKonzern zahlt bereits in Einzelfällen Schadenersatz an Erkrankte

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Berlin (pet). Der Bayer-Konzern hat sich mit mehreren amerikanischen Lipobay-Opfern auf einen Vergleich geeinigt. „In Einzelfällen haben wir eine Vergleichslösung schon gemacht“, sagte Bayer-Sprecher Günter Forneck am Mittwoch auf Anfrage. Damit bestätigte er einen entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Münchner Anwalt Michael Witti, der deutsche Lipobay-Opfer vertritt, wertete die Einigungen als Signal: „Jetzt ist die Tür für weitere Vergleiche geöffnet.“

Bayer hat den Cholesterinsenker Lipobay (in den USA: Baycol) vor einem Jahr weltweit vom Markt genommen, weil er in Zusammenhang mit mindestens 52 Todesfällen und vielen schweren Erkrankungen gebracht wurde. Nach Angaben von Bloomberg hat sich Bayer jetzt in zehn Fällen auf einen Vergleich verständigt, weitere 94 Einigungen könnten noch in dieser Woche bekanntgegeben werden, berichtet die Agentur mit Berufung auf US–Anwalt Kenneth Moll. Demnach habe sich Bayer bereit erklärt, in jedem der Fälle mindestens 200 000 Dollar Schadenersatz zu zahlen. In den USA sind mehr als 2000 Klagen anhängig.

Bayer-Sprecher Forneck wollte weder die Schadenersatz-Höhe noch die Zahl der Vergleiche bestätigen. Er schloss weitere Vergleiche mit besonders schwer betroffenen Opfern für die Zukunft aber nicht aus. „Wir werden versuchen, in Einzelfällen zu klären, ob ein Vergleich sinnvoll ist.“ Rechtsanwalt Witti sagte dieser Zeitung, Bayer werde „einen enormen Betrag“ zahlen müssen. Gleichzeitig warnte er deutsche Lipobay-Opfer, die vor US-Gerichten Klage eingereicht haben, vor überzogenen Erwartungen.

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