Wirtschaft : Bayern geben WestLB einen Korb Fusionsgespräche der Landesbanken gescheitert

Düsseldorf/München - Die geplante Fusion zwischen BayernLB und WestLB ist geplatzt. Wochenlang hatten die beiden Landesbanken, die in der Krise schwer gelitten haben, ein mögliches Zusammengehen geprüft. Nun brachen die Bayern den Prozess am Mittwochabend ab. Die Prüfung habe zu „keinem befriedigenden betriebswirtschaftlichen Ergebnis“ geführt, hieß es. Das ist ein herber Rückschlag, nicht nur für die WestLB, die dringend einen Käufer finden muss, weil ihr die EU-Kommission im Nacken sitzt. Das Scheitern der Gespräche zwischen Düsseldorf und München zeigt auch, dass der Neuordnungsprozess der acht verbliebenen Landesbanken noch immer nicht in Gang gekommen ist.

Die WestLB, die sich im Zuge der Krise verspekuliert hatte und mit staatlichen Milliardenhilfen gerettet wurde, muss nach EU-Auflagen bis Ende 2011 mehrheitlich den Besitzer wechseln. Eine Alternative zum Verkauf wäre ein Zusammenschluss mit einer anderen Landesbank. Die Eigentümer, das Land Nordrhein-Westfalen und die NRW-Sparkassen, bevorzugen diese Lösung. Die WestLB will jetzt auf andere Landesbanken zugehen, um doch noch einen Fusionspartner zu finden. Unterhändler ist der Anwalt und CDU-Finanzexperte Friedrich Merz. „Die Konsolidierung im Landesbankensektor ist ein herausforderndes Projekt, das war und ist allen Beteiligten klar. Die WestLB wird auch in Zukunft in diesem Rahmen Fusionsoptionen ausloten“, erklärte Merz am Donnerstag.

Hilmar Kopper sieht das anders. Der ehemalige Deutsche-Bank-Chef ist Aufsichtsratschef der HSH Nordbank, einer Landesbank, die wegen verschiedener Affären selbst in Schwierigkeiten steckt. Doch das hindert ihn nicht, seine Meinung zur Konkurrenz zu sagen: „Niemand braucht die WestLB, Strich drunter machen und abwickeln“, empfahl er gestern. Damit war der Damm gebrochen. Wolfgang Gerke, Leiter des Bayerischen Finanzzentrums, zog nach: „Man wird wohl hingehen müssen und Teile der WestLB einstampfen“, sagte er.

So sieht es auch der Leiter der deutschen Bankenanalyse der Ratingagentur Fitch, Michael Dawson-Kropf. Der Wunsch der Staatsbanker, sich nun schnell mit einer anderen Staatsbank zusammenzutun, entbehre der ökonomischen Grundlage: „Zurzeit sehe ich keine anderen potenziellen Konsolidierungspartner im Landesbankensektor für die WestLB.“ Dennoch: Eine viel diskutierte Option ist ein Zusammenschluss zwischen der WestLB und der Landesbank von Hessen-Thüringen. Hessen sei offen für Gespräche, betonte der hessische Finanzminister Thomas Schäfer am Donnerstag. dpa/mirs/HB

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