Wirtschaft : Bayern-Landesbank schielt aufs Ländle

Vorstand sucht Gespräch mit Baden-Württemberg / Wertpapierhaus als erste Kooperationsstufe MÜNCHEN (tmh).Das unter Kreditinstituten derzeit weltweit grassierende Fusionsfieber läßt auch die deutschen Landesbanken nicht unberührt.Es sei seine "Wunschvorstellung" mit der gerade in Stuttgart entstehenden Landesbank Baden-Württemberg zusammenzugehen, sagte der neue Vorstandschef der BayernLB, Alfred Lehner, bei der Bilanzvorlage seines Instituts in München.Sobald die derzeitige SüdwestLB ihre Fusion mit L-Bank und Landesgirokasse abgeschlossen habe, wolle er entsprechende Gespräche aufnehmen.Diese "Südschienen-Lösung" müsse "nicht unbedingt" die Bayerische Landesanstalt für Aufbaufinanzierung (LfA) einschließen.Lehners Vorgänger Franz Neubauer hatte vor wenigen Monaten noch für eine Fusion inklusive dieses Wirtschaftsförderinstituts des Freistaates Bayern geworben.Ohne LfA seien die beiden Landesbanken etwa gleich groß, was die ohnehin politisch belasteten Gespräche wohl erleichtere, meinte Lehner.Als "erste Stufe" einer engen Kooperation wollen die Bayern zusammen mit den Kollegen in Baden-Württemberg Mitte 1999 ein Wertpapierhaus starten.Denkbar sei auch ein Zusammengehen mit der Landesbank in Hessen oder Sachsen, sagte Lehner.Eine "Dreierlösung" mit der Fusion dreier Landesbanken hält er für sehr zweifelhaft.Durch die Abgabe ihrer Anteile für etwa 400 Mill.DM mache die BayernLB ferner den Weg frei für die Fusion von Deka-Bank und Deutsche Girozentrale.Das neue Institut will in Deutschland Marktführer beim Investmentsparen werden.Für die eigenen Fusionpläne ist die BayernLB indessen gut gerüstet.1997 habe ein Rekordergebnis gebracht und in der laufenden Periode werde man entgegen ursprünglicher Erwartungen wohl daran anknüpfen können, sagte Lehner.Im ersten Quartal 1998 sei das Betriebsergebnis im Konzern vor Risiokovorsorge erneut um über ein Fünftel auf 554 Mill.DM gestiegen, wobei die Bilanzsumme um knapp ein Prozent auf 438 Mrd.DM zulegte.Bis Ende des Jahres werde sich das Gewinnwachstum aber nicht halten lassen, so Lehner.Die Eigenkapitalrendite soll bis zum Jahr 2000 von 16 auf 20 Prozent steigen.Trotz Risikovorsorge in Höhe von einer Viertel Mrd.DM wegen "Fehlverhaltens und Kompetenzüberschreitungen" einiger LB-Manager in Singapur war schon 1997 das beste Jahr in der Geschichte des Instituts.Konzernweit stieg das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge begünstigt durch einen erweiterten Konsolidierungskreis um über die Hälfte auf gut eine Mrd.DM.Die gesamte Risikovorsorge wurde um gut 50 Prozent auf 885 Mill.DM aufgestockt, wobei mehr als eine halbe Mrd.DM auf das Asiengeschäft entfällt.Die BayernLB beschäftigt 7282 Mitarbeiter.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben