Wirtschaft : Bayern LB prüft den Einstieg in die Formel 1

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Die Bayerische Landesbank denkt darüber nach, sich nicht nur vorübergehend am Springer-Paket der in Teilen insolventen Kirch-Gruppe zu beteiligen, sondern auch an deren Formel 1-Engagement. Das sagte der Vorstandschef der Bayern LB, Werner Schmidt, in München. Wenn der 40-prozentige Springer-Anteil Kirchs und die Formel 1-Mehrheit später weiterverkauft werden, könne die Bayern LB dann eventuell nicht nur die Kirch gegebenen Kredite retten, sondern sogar Gewinne machen.

Die halbstaatliche Bank ist mit rund zwei Milliarden Euro Kreditsumme der größte Gläubiger der Kirch-Gruppe, deren Teilkonzern Kirch Media seit Anfang April zahlungsunfähig ist. Insgesamt stehe die Kirch-Gruppe bei Banken mit 7,5 Milliarden Euro in der Kreide, sagte Schmidt. Schmidt ist optimistisch, dass die Bayern LB das von ihr verliehene Geld zurückerhalten werde.

Als erster Schritt ist eine Verwertung von Kirchs Springer-Paket geplant. Das soll für 1,02 Milliarden Euro von der Commerzbank, Dresdner Bank, Bayern LB und den US-Banken Lehman Brothers und JP Morgan sowie der Verlegerwitwe Friede Springer übernommen werden. Die Anteile sind derzeit erstrangig bei der Deutschen Bank für einen Kredit an Kirch über 720 Millionen Euro verpfändet und nachrangig bei der Bayern LB und den beiden US-Banken. Wenn alle Pfandgläubiger und Friede Springer dem Deal zustimmen, werde die Deutsche Bank ausbezahlt, sagte Schmidt.

Bei einem Einstieg in die Formel 1 hätte die Bayern LB eine Führungsrolle. Sie hat Kirch 2001 eine Milliarde Dollar zur Übernahme des Rennsportzirkus geliehen, Lehman und JP Morgan weitere 600 Millionen Dollar. Bei diesen drei Instituten sind deshalb unter anderem als Sicherheit die 58 Prozent an der Formel 1-Dachgesellschaft Slech verpfändet Mit Formel 1-Gründer Bernie Ecclestone und den im Rennsport engagierten Autokonzernen liefen Gespräche zu einem Verkauf der Anteile, sagte Schmidt.

Größere Schwierigkeiten drohen Kirch allerdings von Seiten des Deutschen Bundesligaverbandes (DFL). Der hat der insolventen Kirch-Media damit gedroht, die Fernsehverträge zu kündigen. Sollten Verhandlungen in der kommenden Woche mit Kirch-Media keine "zufriedenstellende Lösung" über ausstehende Raten bringen, wolle die DFL die Verträge über die Bundesliga-Übertragungsrechte kündigen, teilte der Verband mit.

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