Wirtschaft : Bayern München: Der deutsche Fußball-Meister schiebt seinen Börsengang weiter hinaus

Bundesliga-Krösus FC Bayern München kann bei der Jahreshauptversammlung in der kommenden Woche voraussichtlich erneut einen Rekord-Umsatz vermelden. Der Umsatz des abgelaufenen Geschäftsjahres 1999/2000 hat sich im Vergleich zum Vorjahr, als der deutsche Fußball-Meister insgesamt 249,7 Millionen Mark umgesetzt hatte, erneut gesteigert, teilte Manager Uli Hoeneß in München mit. Bald werde auch erstmals die 300-Millionen-Grenze überschritten. Hoeneß erwartet "über 300 Millionen Mark für das nächste Geschäftsjahr - vorausgesetzt, dass wir in der Champions League bleiben".

Den möglichen Börsenwert des FC Bayern taxierte der Manager mit rund zwei Milliarden Mark. Trotz der Rekordzahlen will die Führungsspitze um Präsident Franz Beckenbauer, der mit seinen Präsidiumskollegen bei der Mitgliederversammlung am kommenden Freitag zur Wiederwahl antritt, den Club in absehbarer Zeit nicht an die Börse bringen. "Ich glaube, dass der FC Bayern gut aufgestellt ist für die Zukunft", sagte Hoeneß: "Wir haben alle Rechte bei uns." Jedoch wird ein Börsengang in der Zukunft laut Hoeneß irgendwann unvermeidlich sein. "Eines Tages werden wir auch an die Börse gehen müssen", erklärte der Bayern-Manager, der dies dann zum Anlass für seinen Abschied nehmen würde. Dies sei dann nicht mehr sein Fußball, sagte der 48-Jährige.

Zunächst wolle man sich die Möglichkeit offen halten, den FC Bayern "wie eine AG zu strukturieren, ohne an die Börse zu gehen", sagte Hoeneß. Solange man sportlich noch mit den großen italienischen und spanischen Vereinen und deren schwerreichen Geldgebern mithalten könne, könne der Börsengang noch aufgeschoben werden.

Hauptgrund für die steigenden Umsatzzahlen der Münchner sind die Einnahmen aus der Champions League. Im Vorjahr haben die Bayern nach Angaben von Hoeneß rund 60 Millionen Mark aus dem europäischen Wettbewerb eingenommen. In dieser Saison könne ein Club, der bis ins Halbfinale kommt, zwischen 70 und 80 Millionen Mark verdienen. Als erster Verein der Bundesliga war Borussia Dortmund am 31. Oktober an die Börse gegangen - mit bislang mäßigem Erfolg.

Das Shareholder-Experiment des ersten Schweizer Fußballclubs an der Börse war dagegen vor wenigen Tagen gescheitert: Die Grasshopper Zürich Fußball-AG kündigte an, die Titel im nächsten Jahr von der Börse zu nehmen. Mit dem Können der Kicker war auf dem Parkett kein Staat zu machen.

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