Wirtschaft : BayernLB muss hohe Risikovorsorge für Firmenkredite bilden

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Die Bayerische Landesbank stellt nach der Vergabe riskanter Kredite und anhaltend hoher Risikovorsorge ihre Kundenbeziehungen, Niederlassungen und die eigene Strategie auf den Prüfstand. "Wir werfen Ballast ab," kündigte Bankchef Werner Schmidt zur Bilanzvorlage in München an. 2002 müsse für Wackelkredite mit voraussichtlich rund einer Milliarde Euro vorgesorgt werden, nachdem dieser Posten schon für das Vorjahr auf gut 1,2 Milliarden Euro mehr als verdoppelt wurde. Das ließ den Jahresüberschuss der halbstaatlichen Bank von 550 Millionen Euro auf 254 Millionen Euro sinken.

Auch für die in Teilen insolvente Kirch- Gruppe, der die BayernLB als Hauptgläubiger zwei Milliarden Euro geliehen hat, habe man Risikovorsorge betrieben, sagte Schmidt, ohne die darauf entfallende Summe zu nennen. Andererseits hänge es von der Verwertung der übernommenen Sicherheiten ab, ob für Kirch die Vorsorge ausreiche, räumte der Banker ein, der erst seit dem Vorjahr an der Spitze des Instituts steht. Derzeit bemühe sich die BayernLB jeweils zusammen mit anderen Banken um einen Verkauf von Kirchs Formel 1-Mehrheit und dem 40-prozentigen Springer-Paket der taumelnden Mediengruppe. Zum Stand der Bemühungen machte Schmidt keine Angaben. Angeblich ist der Kaufpreis umstritten.

Aber nicht nur Kirch sondern auch andere Krisenfälle wie der Flugzeugbauer Fairchild Dornier, die Schmidt-Bank, der Baukonzern Holzmann oder der US-Riese Enron sowie Argentinien als Länderrisiko belasten 2001 die Bilanz der BayernLB. Mit welchen Summen die Bayern jeweils mit von der Partie sind, sagten Schmidt und Mitvorstand Peter Kahn mit Ausnahme der Schmidt Bank nicht. Dafür seien 2001 gut 50 Millionen Euro wertberichtigt worden.

Insgesamt haben Firmenkunden der BayernLB voriges Jahr 267 Millionen Euro Verlust beschert, nach 260 Millionen Euro Gewinn im Jahr 2000. Dieses Jahr drohten nochmals erhebliche Belastungen, nachdem die BayernLB 2001 eines der schwierigsten Jahre seit Bestehen habe verkraften müssen, sagten die Banker.

Wegen der unbefriedigenden Ertragslage verordnet der neue LB-Chef seinem Institut ein Sparprogramm. Man wolle sich künftig auf profitable Kunden beschränken, alle Auslandsstützpunkte auf Gewinnbeiträge überprüfen und die Kontrollinstrumente schärfen. Bis Ende 2002 werde die neue Strategie stehen, mit der bis 2006 das Vorsteuerergebnis um 700 Millionen Euro gesteigert werden soll.

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