Wirtschaft : BBU: Hohe Investitionen in Berliner Wohnraum

Noch 515 000 städtische Wohnungen BERLIN (olm).Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften Berlins bleiben in der Diskussion.Um die leeren Haushaltskassen zu füllen, wird über den weiteren Verkauf einzelner Wohnungen oder auch ganzer Gesellschaften nachgedacht.Ludwig Burkhardt, Vorstandsmitglied des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.(BBU) schätzt, daß von den Ende 1997 registrierten 515 000 städtischen Wohneinheiten künftig nur noch 375 000 übrig bleiben.Burkhardt warnte am Donnerstag davor, diesen Anteil, der einer Größenordnung von knapp 20 Prozent am gesamten Berliner Wohnungsbestand entspricht, weiter zu reduzieren.Die Stadt müsse mit einer Vielzahl an Zuzüglern rechnen, die auf preiswerte Wohnungen angewiesen seien.Was heute verkauft werde, fehle morgen und müsse dann teuer erworben werden, sagte Burkhardt.Im übrigen seien Berlin durch die städtischen Gesellschaften in den vergangenen vier Jahren rund 1,3 Mrd.DM zugeflossen.Für 3,3 Mrd.DM hätten die Gesellschaften 1997 Investitionen getätigt und damit Beschäftigung für 22 000 Arbeitskräfte gesichert.Für alle der BBU angeschlossenen 130 Berliner Wohnungsbaugenossenschaften und -gesellschaften gab Burkhardt die Investitionen in den drei klassischen Bereichen Neubau, Instandhaltung und Modernisierung für 1997 mit 4,9 Mrd.DM an.Die rückläufige Tendenz von rund fünf Prozent sei vertretbar.Mit geplanten 4,6 Mrd.DM im laufenden Jahr blieben die Investitionen auf hohem Niveau.Burkhardt betonte, daß bei einer Gesamtzahl von 1,7 Mill.Wohneinheiten in Berlin inzwischen jede zweite Wohnung in den Bestand eines BBU-Mitglieds gehöre.Wegen Vermietungsschwierigkeiten stehen von den 860 000 Wohneinheiten der BBU-Unternehmen zur Zeit 11 364 leer.Das entspreche einer Fluktuationsreserve von 1,3 Prozent am BBU-Gesamtbestand.Bei der derzeitigen Marktlage und Bevölkerungsprognose erwartet Burkhardt in absehbarer Zeit keinen starken Anstieg der Wohnraumnachfrage.Das habe Auswirkungen auf die Investitionen.Auf aktuelle Verlagerung der Investitionstätigkeit vom Mietwohnungsbau hin zu Wohneigentum hätten die BBU-Mitgliedsunternehmen bereits reagiert.Die Zahl der 1997 fertiggestellten Miet- und Eigentumswohnungen wurde mit 7533 angegeben.Burkhardt betonte, daß sich die BBU-Mitglieder bei ihren Vorhaben nur an der echten Nachfrage orientieren und nicht für Kapitalanleger bauen, die erst danach die Mieter suchen.Kritik übte Burkhardt an der äußerst schleppenden Zuordnung von Grund und Boden an die Wohnungsunternehmen in den östlichen Berliner Bezirken.Noch immer seien 127 000 Wohnungen (36,5 Prozent) ohne Zuordnung.Diese Tatsache könne fast acht Jahre nach der Wiedervereinigung nicht mehr akzeptiert werden, sagte Burkhardt.

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