Wirtschaft : BDI unter einem neuen Dach

BERLIN (olm).Ein weiteres Stück wirtschaftspolitische Normalität hält Einzug in Berlin.Fast fünf Jahrzehnte lang wurden die Interessen des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) in der Funktion einer Landesvertretung von der Industrie- und Handelskammer (IHK) wahrgenommen.Ein Unikat innerhalb der deutschen Verbandsstruktur, befand IHK-Präsident Werner Gegenbauer am Dienstag im Rahmen einer Feierstunde in Ludwig-Ehrhard-Haus, aber Zeit und Lage der Stadt vor 50 Jahren seien schließlich auch ein Unikat gewesen.Die IHK war im Berlin der Nachkriegsepoche wie keine andere Institution prädestiniert, die verschiedenen Interessen und Aufgaben von Wirtschaft und Industrie zu bündeln.Mit der Wiedervereinigung ist eine neue Situation entstanden, und Berlin kann - wie andere Bundesländer auch - an die gewohnte Arbeitsteilung anknüpfen.Mit sofortiger Wirkung werden jetzt also die Aktivitäten der BDI-Landesvertretung an die Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB) übergeben.Inhalt und Ziele des Industriestandortes sollen sich durch den Wechsel nicht ändern.Die Landesvertretung des BDI bekomme lediglich ein neues Türschild, erklärte UVB-Präsident Erich Gerard den Vorgang.Zusammen mit der IHK will man weiter "untergehakt" marschieren.

Der BDI, der im Herbst mit seiner Bundeszentrale nach Berlin umzieht, legt Wert auf eine starke Landesvertretung vor Ort.Schließlich geht es nicht zuletzt um eine gutfunktionierende Kontaktstelle zu den beiden Regierungen in Berlin und Potsdam.Auch in seiner Eigendarstellung ist der Bundesverband auf Unterstützung angewiesen.Wie BDI-Hauptgeschäftsführer Ludolf von Wartenberg sagte, sei es von Köln und Bonn aus ein leichtes gewesen, für Vorträge, Seminare und Diskussionsabende die industrielle Rheinschiene zu mobilisieren.Oft hätte schon ein Telefonanruf genügt, um den Saal zu füllen.Künftig wird es darum gehen, die Vorstände der großen Konzerne und Unternehmen zu entsprechenden Veranstaltungen nach Berlin zu holen.Wartenberg weiß, daß es dafür besonderer Anstrengungen bedarf.Der UVB will seine mit der neuen Landesvertretung gewachsene Verantwortung dennoch vor allem auf landesspezifische Aufgaben richten.Noch immer geht es darum, den in der Industrie Berlins und Brandenburgs durch die gewaltigen Strukturumbrüche der letzten acht Jahre angerichteten Schaden zu begrenzen.

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