Beate Uhse : Autos statt Sexspielzeug

Abwrackprämie schmälert Gewinn bei Beate Uhse. Ein Unglücksdatum? "Nicht doch", sagt die Pressedame von Beate Uhse. Am kommenden Freitag, einem 13., stellt der Flensburger Sexartikelhändler seine Quartalszahlen vor.

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Sex sells, aber nicht genug. Foto: dpa/padpa

Berlin - Ein Unglücksdatum? „Nicht doch“, sagt die Pressedame von Beate Uhse. Am kommenden Freitag, einem 13., stellt der Flensburger Sexartikelhändler seine Quartalszahlen vor. Schon am gestrigen Montag aber gab es einen vorläufigen Ausblick, der die Befürchtung nährt, das Datum werde halten, was der Aberglaube verspricht. Demnach musste die Beate Uhse AG in den ersten neun Monaten 2009 einen Einbruch bei Umsatz und Gewinn hinnehmen. Der Umsatz fiel um acht Prozent auf 171 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn (Ebit) brach auf nun nur noch 0,5 Millionen Euro ein. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 6,1 Millionen Euro gewesen.

Verantwortlich dafür seien Absatzprobleme auf den beiden Hauptmärkten Frankreich und Deutschland, verlautete es aus dem Flensburger Sex-Eck, wie die sechseckige Firmenzentrale inoffiziell genannt wird. Nachdem der Verkauf von Filmen schon seit Jahren rückläufig ist, weil im Internet vieles kostenlos zu haben ist, habe es nun auch das übrige Angebot aus den Bereichen Elektronik (Kugelschreiber mit integrierter Mini-Kamera), Wohnen (Herzchenbettwäsche) oder Küche (Pasta in Form primärer und sekundärer Geschlechtsmerkmale) erwischt. Schuld daran sei – die Abwrackprämie. „Zu Beginn des Jahres, als alle von der Krise redeten, haben wir nichts gespürt“, heißt es bei Beate Uhse. Dann aber hätten die Leute ihr Geld lieber für neue Autos ausgegeben. Für Sexspielzeug sei dann nichts mehr übrig geblieben.

Nichtsdestotrotz hofft der Konzern, seinen angepeilten Betriebsgewinn von drei Millionen Euro für das Gesamtjahr doch noch zu erreichen. Auf diesen Wert hatte der Vorstand die ursprüngliche Gewinnprognose unlängst halbiert. „Sollte das gelingen, bleiben wir auf Vorjahresniveau“, erklärt die Sprecherin. „Wer kann das in der Krise schon von sich behaupten.“

Die Hoffnungen der Flensburger ruhen jetzt auf dem Weihnachtsgeschäft und einer neuen Expansionsstrategie. Zwar wurden erst in den vergangen Monaten das Filialnetz deutlich verkleinert und unrentable Läden geschlossen – derzeit ist Beate Uhse mit rund 260 Shops in elf Ländern präsent –, jetzt kommt die 180-Grad-Wende. Das Filialnetz soll wieder wachsen. Das Zauberwort heißt Franchise. Am Montag habe man den ersten Vertrag unterschrieben – 2010 soll der erste Lizenzshop in Holland öffnen. mho

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