Wirtschaft : Beate Uhse baut Sex-Imperium aus

HAMBURG .Der Sexartikel-Konzern Beate Uhse AG will sich in Europa ausdehnen und als erstes Erotikunternehmen des Kontinents im ersten Halbjahr 1999 an die Börse gehen.Mit dem neuen Kapital soll das Flensburger Unternehmen zunächst zum europaweit, dann weltweit führenden Unternehmen im Sexartikel-Handel ausgebaut werden.Die Aktien sollen im Amtlichen Handel notiert werden, sagte die Gründerin und Aufsichtsratsvorsitzende, Beate Rotermund, am Mittwoch in Hamburg.

Beate Uhse, die 1962 in Flensburg den ersten Sex-Shop in Deutschland eröffnete, ist heute bundesweit mit 50 Sex-Shops, einem Versandhandel, Kinos sowie vielen Erotik-Angeboten im Internet das bekannteste deutsche Sexartikel-Unternehmen.Weitere 87 Läden werden in Lizenz im In-und Ausland geführt.Künftig sollen im Inland pro Jahr drei bis fünf Läden, im Ausland zehn Sex-Shops eröffnet werden.Das Unternehmen will zunächst in Italien, Spanien, Portugal, Griechenland, Österreich und der Schweiz expandieren.Insbesondere in katholischen Ländern könne die Nachfrage leicht geweckt werden, sagte Rotermund.Der genaue Termin des Börsengangs steht nach Angaben des Beate-Uhse-Vorstands noch nicht fest.Die Aktien sollen aus einer Kapitalerhöhung stammen.Die Familie Rotermund, die derzeit 82 Prozent des Kapitals besitze, werde auch künftig eine deutliche Mehrheit halten.Das Stammkapital der Beate Uhse AG betrage 88 Mill.DM.

Enorme Wachstumschancen sieht Beate Uhse im Internet.Schon heute rufen 40 Prozent aller Erwachsenen mit Internet-Anschluß regelmäßig eine Sex-Seite auf, sagte der Vorstand Bogdan Hofmann."Sex ist das am stärksten wachsende Segment im Internet." Die Beate Uhse-Seite werde monatlich 3,3 Mill.Mal abgerufen."Im Multimedia-Bereich rechnen wir im Jahr 2000 mit einem Umsatz von 100 Mill.DM und in den Folgejahren mit Steigerungsraten um jeweils 50 Prozent", sagte Hofmann.Die Beate Uhse AG konnte 1998 durch die Übernahme eines Multimedia-Unternehmens und eines Erotik-Großhändlers ihre Umsätze um 34,2 Prozent auf 168,4 Mill.DM steigern.Das Betriebsergebnis sank dagegen auf 7,9 (1997: 25) Mill.DM.Wegen des Börsengangs und der Akquisitionen ging der Jahresüberschuß auf 3,7 (14,1) Millionen DM zurück.Vorstandschef Hans-Dieter Thomsen schätzt das deutsche Marktvolumen im Erotik-Einzelhandel auf 500 Mill.DM bis eine Mrd.DM.

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