Beate Uhse : Sex verkauft sich schlechter

Gratis-Angebote und Preisdruck zwingen Beate Uhse zum Umdenken. Aus dem Sex-Unternehmen soll ein Lifestyle-Anbieter für Frauen und Paare werden.

331803_0_913017a9.jpg
Dessous statt Pornos. Beate Uhse will Lifestyle-Anbieter für Paare werden. -Foto: dpa

Flensburg/HamburgSchon mehr als die Hälfte der Kunden des Versandhandels seien Frauen, teilte Beate Uhse am Montag mit. „Mit Sex-DVDs ist dagegen kaum noch Geld zu verdienen“, sagte Vorstandschef Serge van der Hooft. Durch Gratis-Angebote im Internet seien ein enormer Preisdruck und Verdrängungswettbewerb entstanden.

„Der offene Umgang mit Sexualität in der Gesellschaft einerseits und der Preisdruck im DVD-Geschäft andererseits zwingen zum Umdenken“, sagte van der Hooft. So verlegt sich Beate Uhse schon seit einigen Jahren zunehmend auf Dessous und Sex-Spielzeuge. Sehr erfolgreich sei ein Experiment mit einem neuen Produktbereich „Living“ verlaufen. Beate Uhse bietet darin Wohnaccessoires wie Bettwäsche, Handtücher, Bademäntel und ähnliches an, jeweils mit einem erotischen Touch. Bei einem Herbstkatalog hätten diese Produkte auf Anhieb den Dessous-Umsatz überflügelt.

Um die klassischen männlichen Kunden nicht zu verlieren, unterscheidet Beate Uhse künftig zwischen den Vertriebslinien „hard“ und „soft“. „So verbreitern wir unsere Kundenbasis, erhöhen unser Absatzpotenzial und vergrößern unsere Marktanteile“, sagte Vertriebschef Jan Boddaert. Im Einzelhandel setzt Beate Uhse zunehmend auf gepflegte Premium-Shops in guten Einzelhandels-Lagen; für die männliche Kundschaft gibt es „Fun-Center“ in Gewerbegebieten mit guter Verkehrsanbindung.

Der Umsatz des Erotik-Konzerns reduzierte sich 2009 um neun Prozent auf 231 Millionen Euro, vor allem wegen der rückläufigen Erlöse aus DVD-Verkäufen. Der Jahresüberschuss ging dagegen nur um drei Prozent auf 2,2 Millionen Euro zurück. Vor Steuern und Zinsen (Ebit) erwirtschaftete Beate Uhse 2,8 Millionen Euro, verglichen mit 3,1 Millionen im Jahr zuvor. Für 2010 erwartet van der Hooft einen Gewinn von 3,0 bis 3,5 Millionen Euro und moderates Wachstum. Eine Dividende für die Aktionäre gibt es nicht. (dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben