Wirtschaft : Beate Uhse stoppt US-Abenteuer Erotikkonzern expandiert weiter nach Osteuropa

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Berlin/Hamburg Die Beate Uhse AG beendet ihr kostspieliges amerikanisches Abenteuer. Seit 2002 hat der nach eigenen Angaben weltgrößte Erotikkonzern dort versucht, im Versandhandel Fuß zu fassen – und damit vor allem Verluste gemacht. Im September werde man dieses Geschäft schließen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Vorstandssprecher Otto Christian Lindemann beklagte, dass große Zeitschriften keine Anzeigen von Beate Uhse mehr gedruckt hätten. „Was unter Clinton ging, geht unter Bush noch lange nicht“, sagte Lindemann. In absehbarer Zeit solle es aber einen erneuten Versuch geben, die USA zu erschließen. Expansionsziel Nummer eins ist derzeit aber vor allem Osteuropa.

Im ersten Halbjahr stieg der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,3 Prozent auf 144,1 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern legte aber nur um 3,5 Prozent auf 8,9 Millionen Euro zu. Im zweiten Quartal stagnierte er sogar im Vergleich zum Vorjahr bei zwei Millionen Euro. Trotzdem hält Vorstandssprecher Lindemann an seiner Prognose fest, dass in diesem Jahr der Umsatz um fünf Prozent und das Ergebnis vor Steuern um 15 Prozent steigen sollen.

Trotz der Schwäche in den USA entwickelte sich vor allem das Versandgeschäft im ersten Halbjahr gut. Der Umsatz legte um mehr als 15 Prozent auf fast 68 Millionen Euro zu. Insbesondere der österreichische und der französische Markt hätten sich stark gezeigt, teilte Beate Uhse mit. Mager fiel dagegen das Wachstum bei den Shops aus. Der Umsatz erreichte 40,6 Millionen Euro (plus 2,8 Prozent). Allerdings seien neue Shopkonzepte wie im Flughafen Hamburg oder an der Autobahn zwischen Berlin und Hannover gut angenommen worden. Die Konzepte sollen deshalb nun auch auf andere Märkte außerhalb Deutschlands übertragen werden. Im September ist die Eröffnung des ersten Shops in Ungarn geplant.

An der Börse kamen die neuen Zahlen zunächst gut an. Später musste die Beate-Uhse-Aktie ihre Gewinne wieder abgeben. hop/dpa

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