Wirtschaft : Beate Uhse verzichtet auf Kondome

Erotik-Konzern steigt nicht bei Condomi ein

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Berlin Der Kondom-Deal, berichten die Agenturen, ist „geplatzt“: Auf dem Markt für Sexartikel geht es nicht ohne Anspielungen. Ein halbes Jahr lang verhandelte die Kölner Condomi AG mit dem Erotik-Konzern Beate Uhse AG. Die Flensburger hatten Interesse signalisiert, bei dem finanziell angeschlagenen Kondomproduzenten mit Werken in Erfurt und Polen einzusteigen. Jetzt hat Beate Uhse abgewunken: Aufgrund „rechtlicher Risiken“ und „drohender zusätzlicher Kosten und Investitionen“.

Das ist ein schwerer Rückschlag im Restrukturierungsprozess, den Condomi nach einer gescheiterten Expansionsstrategie zurzeit durchmacht. „Wir sind aber in Gesprächen mit anderen möglichen finanziellen und strategischen Partnern“, sagte Condomi-Vorstandschef Jens Waldhof dem Tagesspiegel.

Ohne neuen Partner dürfte es eng werden für die Condomi AG, die mit rund 38 Millionen Euro Schulden kämpft. Ende vergangenen Jahres hatte nur ein Überbrückungskredit der Hausbanken Condomis Überleben ermöglicht. Für Beate Uhse, die vor allem im Versandhandel und in eigenen Shops verkauft, war Condomi als Marke attraktiv, die auch in Drogerie- und Supermärkten etabliert ist. „Wir können diese Vertriebskanäle auch selbst aufbauen“, sagte eine Beate-Uhse-Sprecherin jetzt. Die Condomi-Aktie, die auf ihrem Höchststand 2001 über 30 Euro gekostet hatte, stürzte von 2,30 Euro am Donnerstag auf 1,88 Euro am Freitagnachmittag ab. avi

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