Wirtschaft : Beate Uhse will in USA zukaufen

HAMBURG (rtr). Der Erotik-Konzern Beate Uhse AG will im Rahmen seiner Wachstumspläne auch in den USA Sexdienstleistungen online anbieten. Dazu gebe es derzeit Übernahmeverhandlungen mit den größten US-Erotikfirmen, sagte der im Konzern für Neue Medien zuständige Bereichsleiter Ralph Bogun am Mittwoch. Online-Dienste gehörten für Beate Uhse zum wichtigsten Wachstumsbereich. Speziell in den USA sei das Potential dafür noch riesig, was an den dort bislang üblichen Pauschalen für die Nutzung von Sex-Angeboten im Internet liege. Für die Kunden sei es wesentlich attraktiver, wie in Deutschland pro genutzter Dienstleistung zu bezahlen, sagte Bogun. Sie könnten damit nämlich leichter zwischen verschiedenen Angeboten wechseln.Die Beate Uhse AG wolle ihre Aktivitäten im Online-Erotikbereich weltweit kräftig ausdehnen und dazu zunächst die größten Märkte angehen. Das Wachstum solle dabei vor allem über Zukäufe von Firmen kommen. Telefon und Internet würden im Erotikgeschäft immer wichtiger, sagte Bogun. Allein bei den Telefondiensten habe Beate Uhse in Deutschland gleichzeitig bis zu 600 Leitungen geöffnet. Das Unternehmen legt Wert darauf, daß es sich dabei nicht um Telefonsex handle. Vielmehr würden "Entertainment und Flirt-Kontakte" vermittelt.Für 1999 hatte Beate Uhse den Angaben zufolge ursprünglich einen Umsatz von rund 60 Mill. DM mit Telefon- und Online-Diensten angestrebt. Diese Marke werde vermutlich deutlich übertroffen, sagte Bogun. Zu den gefragtesten Dienstleistungen gehörten Kontakte zwischen zwei Personen wie auch sogenannte Gruppenchats, bei denen gleichzeitig mehrere Menschen über Telefon oder Computer kommunizierten. Immer bedeutender werde auch die Verknüpfung beider Medien.Der Konzern kündigte auch eine Unternehmensübernahme im Bereich Versandhandel an. Die Verhandlungen mit einem europäischen Erotik-Versender stünden kurz vor dem Abschluß. Damit werde Beate Uhse in diesem Geschäftsfeld den Umsatz mehr als verdoppeln. Im ersten Halbjahr hatte der Konzern einen Gewinnsprung verbucht. Das Nachsteuerergebnis sei ohne die Kosten für den Börsengang vom Mai um 268 Prozent auf 9,3 Mill. DM geklettert. Der Umsatz habe zugleich um knapp 46 Prozent auf 110 Mill. DM zugelegt. Damit sei es gelungen, die im Rahmen des Börsengangs veröffentlichten sehr ambitionierten Planzahlen zu realisieren.

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