Wirtschaft : Bechern und feiern

Berentzen will 2009 wieder einen Gewinn machen

Düsseldorf - Der deutsche Spirituosenhersteller Berentzen, seit den 70er Jahren bekannt für seinen Apfelkorn, besinnt sich auf alte Tugenden und revitalisiert die Markenwelt vom Gutshof, auf dem kräftig gefeiert und gebechert wird. Und so präsentiert der neue Vorstandschef Axel Dahm als erste Innovation seiner Amtszeit den „Roten Apfel“, eine fruchtige Spirituosenmischung mit 18 Prozent Alkohol, die Anfang August auf den Markt kommen soll.

Dahm hat seit seinem Amtsantritt zum Jahreswechsel das Produktportfolio des börsennotierten Familienunternehmens neu geordnet und will die Hauptaktivitäten zunächst auf „Berentzen“ und „Puschkin-Wodka“ konzentrieren. „Für beide Marken gibt es für die nächsten Jahre bereits eine richtige Innnovationspipeline“, berichtet Dahm, der pro Jahr mit ein bis zwei neuen Geschmacksrichtungen punkten will. Vor allem beim Wodka sieht der 45-Jährige Nachholbedarf. „Wir wollen hier wieder auf Rang zwei in Deutschland kommen“, formuliert Dahm sein mittelfristiges Ziel. Derzeit dümpelt Puschkin, der auf eine Markenbekanntheit von rund 75 Prozent verweisen kann, nach Firmenangaben auf Rang sechs des deutschen Wodka-Rankings. Um den Absatz anzukurbeln hat Dahm den Marketingetat des Unternehmens im laufenden Jahr von 27 auf 33 Millionen Euro erhöht.

„Das macht Sinn“, bewertet Johannes Rellecke von der Markenberatung Dragon Rouge die Rückbesinnung auf alte Werte. Berentzen sei immer noch der klassische „Star“ im Portfolio des Spirituosenproduzenten, dessen Markenkern man allerdings zeitgemäß darstellen müsse. Vorstandschef Dahm bekräftigte gegenüber dem Handelsblatt, dass das seit Jahren defizitäre operative Geschäft mit Spirituosen ab 2009 wieder Gewinn ausweisen soll, wie Vorstandschef Dahm gegenüber dem Handelsblatt bekräftigte. Der Firmenumsatz stagnierte in den letzten Jahren bei der Marke von 180 Millionen Euro.

An der Neuausrichtung der niedersächsischen Getränkegruppe hatte sich zuletzt Jan Berentzen, ein Abkömmling des Apfelkorn-Erfinders Hans Berentzen, erfolglos versucht und sich nach zehnjähriger Vorstandstätigkeit in den Gesellschafterkreis zurückziehen müssen. Nach einem kürzlich erfolgten Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats, dem ebenfalls ein Familienfremder vorsteht, ist offenbar auch dort Ruhe eingekehrt. ire (HB)

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