Wirtschaft : Bedeutung von Erdgas nimmt zu

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Erdgas hat als Energieträger in Deutschland eine noch relativ junge Geschichte. Erst in den 60er Jahren, als in Europa große Erdgasfelder entdeckt wurden, begann diese so genannte Primärenergie das aus Kohle hergestellte Stadtgas oder Kokereigas langsam zu verdrängen. 1965 deckte der neue Energieträger mit rund zwei Milliarden Kubikmetern Fördermenge nur ein Prozent des Primärenergieverbrauchs in den alten Bundesländern, im Osten Deutschlands wurde Erdgas erstmals 1973 im Raum Salzwedel (Sachsen-Anhalt) gefördert. Aufgrund seines hohen Wirkungsgrades und der relativ schadstoffarmen Verbrennung wird Erdgas immer beliebter. Schon heute trägt es rund 20 Prozent zum deutschen Primärenergieverbrauch bei, über 40 Prozent der heimischen Wohnungen werden mit einer Gasheizung warm gehalten. Prognosen gehen davon aus, dass der Anteil am deutschen Primärenergieverbrauch bis 2020 auf 27 Prozent ansteigen wird. Die positive Perspektive für Erdgas hängt auch mit der Erreichbarkeit der Lagerstätten zusammen. Europa liegt zu den größten Erdgasreserven der Welt in Westsibirien, im Iran, im Nahen Osten und der Nordsee strategisch äußerst günstig. Technisch und wirtschaftlich ist es möglich, 6000 bis 7000 Kilometer entfernte Erdgasfelder für Westeuropa über Pipelines verfügbar zu machen. Obwohl die Reserven begrenzt sind, reichen die Weltvorräte an Erdgas noch für einen längeren Zeitraum: Die sicher gewinnbaren Weltgasreserven werden gegenwärtig auf gut 140 000 Milliarden Kubikmeter geschätzt, was bei konstantem Verbrauch für 65 Jahre reichen würde. Einschließlich der Quellen, die heute aus Kostengründen noch nicht wirtschaftlich genutzt werden können, reicht das Gas für 170 Jahre.

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