Wirtschaft : Behauptete Überzeichnung sorgt für Streit

Die Aktien des Börsenneulings Gigabell sind am Mittwoch zur Erstnotiz schwach in den Handel am Neuen Markt der Frankfurter Börse gestartet. Zur Eröffnung gaben die Titel gegen den freundlichen Trend des Gesamtmarktes um mehr als 13 Prozent auf 33 Euro nach, pendelten sich im Laufe des Vormittages jedoch bei rund 35 Euro ein. Damit notierte der Debutant um drei Euro unter seinem Emissionspreis von 38 Euro, der ohnehin bereits am unteren Ende der Zeichnungsspanne von 38 bis 42 Euro gelegen hatte. Am Markt wurde der Verdacht geäußert, Gigabell seien nicht - wie vom Konsortialführer HSBC Trinkaus & Burkhardt angegeben - überzeichnet gewesen. Das Bankhaus wies dies entschieden zurück.

Ein Händler hatte am Morgen gesagt, er glaube nicht, dass Gigabell überzeichnet gewesen seien. So habe allein sein Institut eine Zuteilung von 50 Prozent der georderten Stücke erhalten. Konsortialführer Trinkaus & Burkhardt betonte jedoch, die Aktie sei "mehrfach überzeichnet" gewesen. Die Kursverluste lägen an der derzeit niedrigen Nachfrage nach Internet-Titeln.

Der Aufsichtsratsvorsitzende und frühere Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling sagte mit Blick auf die Kursverluste zum Börsenstart, dies "ist das volle Leben wie es eben ist. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt". Gigabell-Vorstandschef Daniel David kündigte unterdessen an, sein Unternehmen werde den Erlös aus dem Börsengang für eine weitere Expansion in Europa und Deutschland und für ein "nachhaltiges Wachstum" einsetzen.

Gigabell ist im Bereich Internet, E-Commerce und Telefonie-Dienstleistungen tätig. 1998 verbuchte das Unternehmen bei einem Umsatz von 18,7 Mill. DM einen Fehlbetrag von knapp 1,7 Mill. DM.

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