Wirtschaft : Bei 6000 Punkten ist noch nicht Schluss

Bernd Hops

An den Börsen könnte die Woche vor Ostern positiv verlaufen. Zwar gab es am vergangenen Freitag für die Anleger in Deutschland einen Dämpfer. Schließlich fiel der Deutsche Aktienindex (Dax) wieder unter die Marke von 6000 Punkten, die er zum Wochenbeginn erobert hatte. Arbeitsmarktzahlen aus den USA verdarben die Stimmung. Sie fielen besser aus als erwartet. Das bedeutet zwar eine gute wirtschaftliche Entwicklung, aber auch möglicherweise einen wachsenden Lohndruck. Dem könnte die US-Notenbank mit höheren Zinsen entgegenwirken, befürchten Skeptiker.

Doch die Chancen stehen gut, dass die 6000er-Marke bald wieder erreicht wird. „Die großen deutschen Unternehmen, die ihre Umsätze ohnehin vor allem im Ausland erwirtschaften, sind gut aufgestellt, und ihre Aktien bleiben auch bei einem Dax von 6000 günstig bewertet“, schreibt die Investmentgesellschaft Dit. Auch die Angst vor steigenden Zinsen halten die Dit-Experten für übertrieben. Die Anhebung der Zinssätze sollte „vor allem als Bestätigung der konjunkturellen Lage gesehen werden“. Deshalb erscheine es weiterhin angebracht, europäische und deutsche Aktien bei der Anlage überzugewichten. Die Experten der niederländischen Großbank ABN Amro sind positiv gestimmt, was die Aktienbewertung angeht – und sehen sie als relativ billig. Die Experten von Helaba-Trust warnen allerdings davor, dass die „fundamentalen Einflussfaktoren“ – sprich überraschend positive Wirtschaftsdaten und Unternehmensgewinne – schwächer werden. Auch bei einer positiven Bewertung der Aktien brauchen die Anleger regelmäßig einen Anlass, um weiter zuzugreifen.

Wie gut die Stimmung an den Börsen tatsächlich ist, wird am kommenden Dienstag der Konjunkturindex des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigen. Er stützt sich auf die Befragung von 400 Analysten und institutionellen Anlegern.

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